Der letzte Schliff – Hobbys im Lebenslauf

© pogonici - Fotolia.com
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Der Lebenslauf ist strukturiert, alle beruflichen Stationen aufgeführt, der Bildungsweg beschrieben, die berufsbezogenen Kenntnisse und Fähigkeiten aufgezählt. Am Ende stellt sich die Frage nach den Hobbys – was sollte dort stehen und was vielleicht nicht?


Müssen Hobbys überhaupt im Lebenslauf aufgeführt werden?

Natürlich gibt es keine Pflicht, im Lebenslauf Hobbys und Interessen zu erwähnen. Unternehmen haben von ihren Bewerbern allerdings gern ein umfassendes Bild. Und Bewerber haben mit ihren Hobbys und Interessen eine Möglichkeit, ihre Person näher zu präsentieren.

Leer bleibt diese Kategorie potenziell bei keinem. Jede Bewerberin und jeder Bewerber kann in dieser Kategorie etwas anführen, schließlich wird jede und jeder in seiner Freizeit irgendetwas machen. Wer Angst hat, hier „langweilig“ rüberzukommen: „Klassische“ Hobbys aufzuführen, ist per se nicht schädlich.

Die Stelle im Lebenslauf ist auch klar. Egal, wie der entsprechende Abschnitt betitelt ist („Hobbys“, „Hobbys und Interessen“, „Persönliche Interessen“, …), er gehört ans Ende des Lebenslaufs. Freizeitaktivitäten sind die kleinen Worte, die den Lebenslauf und damit den Bewerber abrunden.

Was sehen Unternehmen in den Angaben zu Hobbys?

Unternehmen wollen die Person des Bewerbers näher kennenlernen und versuchen über die Hobbys, grobe Rückschlüsse auf den Charakter zu ziehen. Sie würden gerne einschätzen, was für ein Typ die Bewerberin oder der Beweber ist. Dabei gibt es durchaus Hobbys, die eher negativ gesehen werden. Einige Hobbys werden zudem von den Personalern der Unternehmen durchaus unterschiedlich wahrgenommen, je nach eigenem Hintergrund. Das sollte jedoch nicht verunsichern, denn die eigentliche Vorstellung der eigenen Person des Bewerbers findet immer noch im Vorstellungsgespräch statt.

Eine grobe Kategorisierung lässt sich für die Hobbys aus Unternehmenssicht beschreiben. So werden einige Hobbys eher mit Einzelkämpfern in Verbindung, andere mit Teamfähigkeit, wieder andere mit sozialer Kompetenz oder Risikobereitschaft. Auch Lernbereitschaft, Aufgeschlossenheit, Kreativität und Durchsetzungsvermögen kann mit Hobbys in Verbindung gebracht werden. Dabei kann ein Hobby mehrere dieser Eigenschaften vereinen oder umgekehrt unterschiedlich ausgelegt werden.

Die Klassiker im Lebenslauf

In vielen Bewerbungen sind unter der Rubrik Hobbys Einträge wie Lesen, Fernsehen, Kino, Musik hören, Sport oder Sportarten, Fitness, Wandern, Reisen, Kochen, Freunde treffen und ähnliches zu finden. Diese fallen aus Personalersicht durchaus in unterschiedliche Kontexte.

Eher passive Tätigkeiten wie Fernsehen und Kino wird oft eher negativ wahrgenommen. Diesen Aktivitäten hängt ein wenig das Couchpotato-Image an. Lesen, im Grunde auch eine passive Tätigkeit, genießt einen besseren Ruf. Wobei die Bewerberin oder der Bewerber in diesem Punkt gerne genauer werden darf: Sachliteratur oder vielseitige Themen wirken besser als Groschenromane. In die positive Richtung darf also gern näher erwähnt werden, was denn gelesen wird.

Sport hat zunächst einmal den Ruf, dass die Gesundheit nicht außer Acht gelassen wird. Dennoch hängt der weitere Eindruck des Personalers durchaus von der Sportart ab, die betrieben wird. Mannschaftssportarten stehen symbolisch für Teamfähigkeit, Sportarten wie Tennis oder Leichtathletik haben eher den Charakter eines Einzelkämpfertums. Ungewöhnliche Sportarten können hingegen unabhängig davon interessant wirken, werden sie manchmal mit Aufgeschlossenheit in Verbindung gebracht. Darüber hinaus sind noch andere Kombinationen möglich, Schach lässt auf strategische Fertigkeiten schließen.

Auf dem Lebenslauf schwer für den Personaler einzuordnen, sind Hobbys wie Reisen und Kochen. Beides kann für unterschiedliche Dinge stehen. Reisen beispielsweise für kulturelle Aufgeschlossenheit, was für begeisterte Pauschalurlauber allerdings nur bedingt gilt. Kochen kann für Kreativität, Offenheit, gesunde Neugier oder soziale Kompetenz stehen, je nachdem, wie das Hobby Kochen betrieben wird.

Die modernen Klassiker im Lebenslauf

Immer häufiger finden sich in den Bewerbungen Hobbys wie PC-/Konsolenspiele, Bloggen, Aktivitäten in Foren und Sozialen Netzwerken, Youtuben und ähnliches. Hobbys mit Internetbezug sind oft aus Personalersicht interessant. Gerade wenn sie auf den Austausch mit anderen ausgelegt sind. Sie vermitteln dann soziale und kommunikative Kompetenz. Selbst wenn das oft für heutige PC- und Konsolenspiele gilt, besitzen sie bei Personalern oft den gleichen Ruf wie Fernsehen oder Kino.

Extremsport

Betreibt eine Bewerberin oder ein Bewerber einen Extremsport, ist diese Angabe als Hobby im Lebenslauf durchaus schwierig. Es vermittelt dem Personaler Risikobereitschaft, die womöglich für die ausgeschriebene Stelle unangebracht ist. Auch gesundheitliche Gefahren und dadurch bedingte Ausfälle spielen in der Überlegung des Personalers eine Rolle. Extremsportarten anzugeben, sollte daher gut überlegt sein.

Soziales Engagement

Die Angabe, die die meisten Personaler am Liebsten auf dem Lebenslauf sehen wollen, sind die zu Ehrenamt und sozialem Engagement. Dazu zählen auch Vereinsmitarbeit, Trainertätigkeiten, politische Arbeit, Mitarbeit in Interessenvertretungen und ähnliches mehr. Der Personaler weis, dass der Bewerber in diesen Tätigkeiten für gewöhnlich zeigt, dass er zum einen nicht nur für sich etwas macht, sondern auch an andere etwas weitergibt, und zum anderen eine ganze Reihe Fähigkeiten mit sich bringt. Teamfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, aber auch Managementfähigkeiten wird mit diesen Hobby verbunden.

Hobbys zusammenfassen oder differenzieren?

Das Unternehmen macht sich zwar gern ein möglichst umfassendes Bild des Bewerbers, das sollte aber nicht zu einem Aufzählen dutzender Hobbys führen. Das wirkt unglaubwürdig und schlechtestenfalls, als wüsste die Bewerberin oder der Bewerber nicht so recht, was sie oder er denn so wolle. Werden viele Hobbys betrieben, sollten sich Bewerber auf die wichtigsten oder passendsten beschränken. Mehr als vier, fünf Hobbys sollte keiner angeben. In die andere Richtung ist die Angabe von nur einem Hobby in Ordnung, wenn ein entsprechend intensives Betreiben deutlich wird.

Um nicht zu viele Freizeitbeschäftigungen im Lebenslauf stehen zu haben, lassen sich womöglich einige Hobbys zusammenfassen. Beispielsweise lassen sich Fußball, Handball und Volleyball als Mannschaftssport zusammenfassen. Vorsichtig sollte die Bewerberin oder der Bewerber nur sein, so nicht zu allgemeingültige Angaben zu kreieren. Ideal ist eine Kombination aus beispielsweise Bloggen und Kino, die dann mit einem Mehrwert und nicht mehr langweilig zusammengebracht wurde.

Andersherum kann es sinnvoll sein, ein zunächst allgemein klingendes Hobby im Lebenslauf näher auszuführen. Sport oder Freunde treffen, Vereinsarbeit und ähnliches klingen sehr allgemein und sind möglicherweise näher beschrieben interessanter. Ist sogar eine individuellere Note wie eine Auszeichnung, Meisterschaft oder ähnlichem für das Hobby vorhanden, darf auch das gerne genannt werden.

Werden Hobbys überhaupt im Vorstellungsgespräch angesprochen?

Jeder Bewerber muss damit rechnen, dass im Vorstellungsgespräch die Sprache auch auf eines der Hobbys kommt. Personaler sprechen oft als Eisbrecher und gegen Nervosität am Beginn über die Hobbys der Bewerber. Es kann natürlich auch immer passieren, dass zufällig der Personaler dem gleichen Hobby nachhängt. Daher ist selbst eine kleine Lüge bei den Hobbys zu riskant.

Hobbys im Lebenslauf – Checkliste

  1. Bezug zum Job
  2. Keine zu große Anzahl
  3. Wahre Angaben
  4. Bedacht bei der Auswahl
  5. Im Zweifel im Lebenslauf weglassen

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