Die größten Karriere-Mythen im Überblick

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Ob in Zeitungen, Ratgebern oder Zeitschriften: Immer wieder lesen wir über diverse Karriere-Mythen, die einerseits erklären, wie man an die Spitze kommt, andererseits aber auch die Erklärung schlechthin sein sollen, warum es gar nicht erst klappen kann, ganz nach vorne zu gelangen. „Der Auslandsaufenthalt erhöht die Karriere-Chancen“, „Frauen können gar keine Karriere machen“ oder auch „Karriere macht man nur, wenn man das richtige Netzwerk benutzt“ – allesamt klassische Karriere-Mythen, die wir immer wieder hören. Doch stimmen derartige Aussagen tatsächlich? Welche Vorstellungen und Anforderungen haben Unternehmen, damit Sie – als gewöhnlicher Angestellter – überhaupt Karriere machen können? Welche Strategien sind erfolgreich? Fakt ist: Es gibt kein Erfolgsrezept, keine Anleitung oder kein Handbuch mit Tipps, wie man tatsächlich ganz nach oben kommt.

Mythos Nummer 1: Auslandsaufenthalte sorgen für einen Karriere-Schub

Es gibt wohl kaum ein anderes Land auf der Welt, in dem Auslandsaufenthalte derart oft empfohlen werden, wie das in Deutschland der Fall ist. Die Begründung? Auslandsaufenthalte sorgen für einen Karriere-Schub. Doch in vielen anderen Ländern stellen Auslandsaufenthalte keine Förderung der eigenen Karriere dar, sondern eine Verbesserung der eigenen Bildung. So gelten Auslandsaufenthalte als soziales Erkennungsmerkmal, keinesfalls als Karrierebeschleuniger.
Tipp: Sollte Ihnen ein Auslandsaufenthalt angeboten werden, sollten Sie im Vorfeld prüfen, ob die Alternativen, die im Unternehmen angeboten werden, nicht besser sind. Schlussendlich bedeutet ein Auslandsaufenthalt keinesfalls, dass Sie – wenn Sie wieder in Ihr altes Unternehmen zurückkehren – eine bessere Position erhalten und mehr Geld verdienen. Stimmen Sie Auslandsaufenthalten daher nur zu, wenn Sie sich dadurch tatsächlich ihre Situation verbessern können.

Mythos Nummer 2: Das Netzwerk hilft

Das Online-Networking hat einen immer höheren Stellenwert erreicht. Ob XING, LinkedIn oder Facebook – derartige Plattformen sind heute auch gern verwendete Business-Portale; helfen derartige Plattformen aber tatsächlich, um Karriere zu machen? Netzwerke sind zwar ein Medium, in welchem Informationen verbreitet werden, jedoch auch negative Folgen mit sich bringen können. Der Einzelne kann sehr wohl profitieren, einen Job bekommen und auch Karriere machen; der Großteil bleibt jedoch auf der Strecke.
Tipp: Wenn Sie es mit Netzwerken versuchen möchten, sollten Sie sich im Vorfeld über die einzelnen Portale informieren. Achten Sie auf persönliche Informationen und gehen Sie sorgsam mit Ihren Daten um.

Mythos Nummer 3: Die Familie steht im Weg

Gerade zu Beginn kann es immer wieder passieren, dass sich die Aufstiegs- und Privatinteressen nicht im Einklang befinden. Ein Jobangebot abzulehnen, weil sich der Arbeitsplatz in einer anderen Stadt befindet und somit die Beziehung, da die Partnerin nicht mitkommen möchte, kurz vor ihrem Ende steht, ist für viele Menschen selbstverständlich. Es entscheiden sich auch viele Menschen dann gegen die Beförderung, wenn eine erhöhte Reisebereitschaft gefordert wird, weil ebenfalls das Familienleben darunter leiden könnte. Die Familie als Karriere-Hindernis?
Tipp: Karriere und Familie sollte keinesfalls als Gegensatz gesehen werden. Wer sich durch einen Karriereschritt die finanzielle Situation verbessert, versorgt somit auch gleichzeitig seine Familie. Diskutieren Sie daher mit Ihrer Familie, wenn ein Umzug erforderlich wird und lehnen Sie das Angebot nicht sofort ab.

Mythos Nummer 4: Frauen können gar keine Karriere machen

Ein Mythos, der nicht nur in Deutschland weit verbreitet ist: Frauen können gar keine Karriere machen, da sie in der Wirtschaft benachteiligt werden. Wer sich die Führungskräfte in den unterschiedlichen Unternehmen ansieht, wird relativ schnell feststellen, dass derartige Jobs in Männerhänden sind.
Tipp: Doch die Zahlen zeigen, dass immer mehr Spitzenpositionen von Frauen übernommen werden. Dass Frauen gar keine Karriere machen, weil sie gar keine Chance bekommen, ist nicht zeitgemäß; heutzutage können – auch wenn es mitunter schwierig ist – Frauen ebenfalls Top-Positionen übernehmen.

Mythos Nummer 5: Karriere macht man nur, wenn man seine Ziele verfolgt

Nur dann, wenn Sie Ihre Ziele verfolgen, werden Sie es auch schaffen. Sie brauchen Ausdauer, müssen Stehvermögen beweisen und Sie müssen durchhalten; nur dann werden Sie am Ende die Früchte Ihrer harten Arbeit bekommen.
Tipp: Ein Irrglaube. Wer seine Ziele verfolgt, jedoch nicht zur Seite blickt, wird irgendwann bemerken, zahlreiche Chancen ignoriert zu haben. Sie möchten Karriere machen? Dann gehen Sie Ihren Weg – aber nicht derart, dass Sie Chancen, die sich abseits der Wege ergeben, ignorieren. Mitunter können neue Wege dazu führen, dass Sie am Ende ebenfalls ganz oben ankommen. Schlussendlich ist das Ziel der Weg – nicht der Weg das Ziel.

Mythos Nummer 6: Nur die Starken werden Karriere machen

Ohne Ellenbogen geht gar nichts. Sie müssen eiskalt sein, laut werden und die Richtung vorgeben. Nur dann, wenn Sie Stärke zeigen, werden Sie es schaffen und Karriere machen.
Tipp: Natürlich gibt es Manager, die beinhart sind. Doch das bedeutet nicht, eiskalt zu werden und wie eine Maschine zu handeln, weil man Karriere machen möchte. Der Mythos, dass nur die Stärksten gewinnen, ist nicht richtig. Am Ende gewinnen die Menschen, die sich einerseits durchsetzen, andererseits aber noch immer Leistung erbringen, auch dann, wenn sie nicht zu den stärksten Typen gehören.

Mythos Nummer 7: Karriere bedeutet Geld und Macht

Geld, Macht, Verantwortung – Karriere ist immer der Weg, der steil nach oben führt. Am Ende findet man sich an der Unternehmensspitze; es gibt keinen Rückschritt, kein Versagen, keine negativen Erfahrungen. Falsch.
Tipp: Karriere ist am Ende nichts anderes als die eigene berufliche Entwicklung, wobei hier die persönlichen Ziele im Vordergrund stehen. Karrieren sind vielfältig; auch dann, wenn Führungsverantwortung abgegeben wird, mitunter ein Schritt zurück gemacht wird, bedeutet das nicht, keine Karriere zu machen. Schlussendlich kann der Schritt zurück auch bedeuten, Anlauf zu nehmen und neue Türen zu öffnen, die bessere Aussichten mit sich bringen.

Mythos Nummer 8: Karriere macht immer glücklich

Nur dann, wenn Sie Karriere machen, werden Sie glücklich und zufrieden sein. Nur dann, wenn es immer weiter nach oben geht, werden Sie ihre Erfüllung im Leben finden. Sie werden von der Gesellschaft anerkannt, beneidet und dürfen sich freuen, alles erreicht zu haben, was Sie sich vorgenommen haben.
Tipp: Das mag einerseits stimmen, wobei andererseits kein F-Schema abzuarbeiten ist; Karriere ist ein Wort, das nicht für alle gleich ist. Am Ende stellt sich die Frage, ob die eigenen Ziele und Vorstellungen erreicht wurden. Ist das der Fall, wird man zufrieden sein – ganz egal, wie die Karriere aussieht.

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