Herbstaufschwung light – die wahren Arbeitslosenzahlen

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Euphorischer Jubel zog sich durch die Reihen der Regierungsparteien als die neue Arbeitslosenstatistik durch die Medien geisterte – 2,79 Millionen Menschen seien demnach ohne Job. Allerdings bewahrheitet sich einmal mehr das geflügelte Wort, man solle keiner Statistik glauben, die man nicht selbst gefälscht habe. Die wahre Zahl der Erwerbslosen liegt weit höher, lassen Sie uns im Folgenden die offiziellen „Fälschungen“ ergründen.

Stellen Sie zu Beginn die Frage, wer als „arbeitslos“ gilt. Arbeitslos sind für die Bundesagentur für Arbeit alle Bundesbürger zwischen 15 und 65, welche folgende Kriterien erfüllen. Sie dürfen nicht oder maximal 14 Stunden pro Woche arbeiten, sie müssen jederzeit einen Job annehmen können und sie müssen bei einer zuständigen Stelle gemeldet sein.

Allein aus dieser Festlegung heraus lässt sich feststellen, inwiefern hier von offizieller Seite Augenwischerei betrieben wird. Gemeinhin gilt als „arbeitslos“, wer keiner geregelten Beschäftigung nachgeht oder von Sozialleistungen, umgangssprachlich Arbeitslosengeld, lebt.

©Depositphotos/Jean-luc Cochonneau

Sie sehen auf den ersten Blick, dass all jene, die als „Niedriglöhner“, „Aufstocker“, „1-Euro-Jobber“ verschrien sind, aus der Statistik herausfallen. Die Gruppe der Menschen, welche neben ihrer Beschäftigung Sozialleistungen nach dem Sozialgesetzbuch erhält, beläuft sich auf etwa 1,5 Millionen Menschen – Tendenz steigend. So haben wir also neben den 2,79 Millionen aus der Statistik bereits 4,3 Millionen Arbeitslose in der Realität.

Lassen Sie uns aber weiter blicken, denn dies ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange, will man sich den wahren Arbeitslosenzahlen zuwenden. Als arbeitslos gilt laut Definition des SGB III jeder, der nicht mehr als 14 Stunden die Woche arbeiten kann oder möchte. Hierunter fallen alle Menschen, welche aufgrund ihrer körperlichen Gebrechen oder einer Krankheit nicht arbeitsfähig sind, aber auch all jene, welche aus persönlichen Gründen heraus, sei es wegen der Erziehung der Kinder oder aber wegen einer Fortbildung bzw. Umschulung, nur weniger als 15 Stunden pro Woche arbeiten können oder wollen.

Lassen Sie die Menschen, die sich nicht melden wollen, getrost unter den Tisch fallen, allein mit der letzten Gruppe erhöht sich die wahre Arbeitslosenzahl auf weit über 5,5 Millionen. Warum dies nicht genannt wird, soll heute unklar bleiben, sicher ist nur: „Ein Schelm, wer dabei Böses denkt.“

 

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