Jobs rund um das schwarze Gebräu, das für Genuss steht

In Deutschland werden jedes Jahr pro Person etwa 150 bis 160 Liter Kaffee getrunken – nicht nur gemütlich zu Hause, sondern natürlich auch in den Büros und zunehmend „to go“ auf der Straße. Über die Hälfte der Deutschen trinken Ihren Kaffee noch immer am liebsten in den heimischen vier Wänden. Unter den Maschinen ist die gelegentlich bereits altmodisch anmutende Kaffeemaschine in den meisten Haushalten (ca. 60%) vertreten. Pad- und Kapselmaschinen holen jedoch immer mehr auf und erhöhen Ihren derzeitigen Marktanteil (ca.30%) jährlich, während sich einen Vollautomat schon ca. 10 Prozent der Bundesbürger leisten. Obwohl es bereits diverse Zubereitungsarten zur Auswahl gibt, bleibt ein Gutteil der Deutschen beim Alten. Sogar außer Haus wird der „normale“ Kaffee noch immer bevorzugt, wenn auch der berühmte Latte Macchiato und andere Sorten weiter im Trend sind. Da die Kaffeesorten Arabica und Robusta fast 99 Prozent in Deutschland abdecken, sind sie am bekanntesten. Es gibt jedoch auch ganz exotische Bohnen, die zu den Kaffeespezialitäten gehören und von ganz besonderen Feinschmeckern geschätzt werden.

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Deutsche trinken am liebsten Ihren Kaffee mit Milch.

Wie die Deutschen Ihren Kaffee am liebsten konsumieren

Am liebsten trinken die Deutschen ihren Kaffee mit Milch verdünnt. Gleich danach auf Platz 2 folgt die obligatorische Ansage „bitte mit Milch und Zucker“. Pur und ganz schwarz bevorzugen über 20 Prozent der Bundesbürger ihr Lieblingsgetränk. Auch vom Alter des Trinkers ist die Art und Weise der Kaffeezubereitung abhängig. Während jüngere Menschen aufgrund seiner natürlichen Bitterkeit selten schwarzen Kaffee bevorzugen, ist dies jedoch bei älteren Personen immer häufiger der Fall. Daneben bestimmen Trends die jeweiligen Lieblingsvarianten. Ob Café Crema, Espresso, Frappè oder doch lieber Milchkaffee – alles eine Frage des Geschmacks und der Gelegenheit. Jedoch werden in Zeiten der Nachhaltigkeit Bio- und Fair Trade-Produkte auch im Bereich Kaffee immer beliebter. Das Gleiche gilt aber ebenso für aromatisch aufbereitete Varianten in modernen Kaffeeketten, die in Großstädten bereits zum gewohnten Bild gehören. Egal in welcher Form auch immer – die Beliebtheit des Kaffees wird auch nach seiner langen Geschichte kein Ende nehmen.

Von Äthiopien aus in die ganze Welt

Man geht davon aus, dass das Gebräu einmal eher zufällig in der Region Kaffa (Äthiopien) entdeckt wurde, woher auch der heute noch gebräuchliche Name stammt. Ein Hirte hatte entdeckt, dass seine Tiere an ihm unbekannten Früchten labten und sich ungewohnt verhielten. Als er selbst davon kostete, spürte er ein ungewohntes fehlen von Müdigkeit. Diese positiven Folgen werden auch heute noch von Kaffeetrinkern überall auf der Welt geschätzt. Außerdem bestehen auch diverse Rituale rund um das dunkle Getränk, die von Land zu Land verschieden ausfallen. In der Türkei und orientalischen Ländern wird der Kaffee zum Beispiel noch immer zeitintensiv mit der Hand aufgebrüht.

Exotische Kaffeesorten haben ihren Preis

Besonders seltene Sorten haben ihren Preis – das gilt auch für Kaffee. Kleinere Exportländer bieten weniger an, so dass der Export teurer ist. Es handelt sich hierbei um Raritäten, die z. B. aus Indonesien, dem Equador, Jamaica oder Indonesien stammen. Auch Waldkaffee, beispielsweise aus Äthiopien, ist eher unbekannt, aber wegen seines Aromas sehr geschätzt. Ganz exotisch kann aber auch die Art und Weise sein, wie der Kaffee verarbeitet wurde – zum Beispiel in den Mägen und Därmen von Tieren. Was sich erst einmal unappetitlich anhört, ist jedoch heiß begehrt. In Thailand können Liebhaber beispielsweise ein exklusives Kilo Kaffee (Katzenkaffee) für rund 850 Euro erstehen – er wird im Magen von Elefanten besonders veredelt, verdaut, ausgeschieden und aufgesammelt. Auf diese Weise entwickelt sich ein feines Schokoladenaroma, das natürlich seinen Preis hat. Der Kaffee wird im Internet in zahlreichen Shops auch in kleinen Mengen von unterschiedlichen Marken angeboten.

Brasilien ist beim Kaffeeanbau führend

Brasilien ist noch immer das Land, aus dem der meiste Kaffee kommt. Die dort angebaute Sorte Arabica ist in aller Munde. So importiert Deutschland von dort 2015 die meisten Kaffeebohnen. Auch Vietnam wurde in den letzten Jahren immer bedeutender, der Kaffee von dort überschwemmt geradezu den deutschen Markt. Wichtige Kaffeeanbaustandorte sind außerdem Kolumbien. Das asiatische Land hat sich im Kaffeebereich sehr entwickelt, bietet Robusta wie Arabica an. Robusta ist übrigens die koffeinhaltigere Sorte und widerstandsfähiger im Anbau. Auch in Vietnam wird der teure „Katzenkaffee“ produziert und unter verschiedenen Marken vertrieben, wobei Schleichkatzen die Kaffeebohnen verdauen und wieder ausscheiden, so dass sie weniger bitter werden als gewöhnlich.

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Die DDR reagierte auf den anhaltenden Kaffeemangel mit eigenen Plantagen

DDR schaffte Jobs auf Plantagen in Vietnam 

In Zeiten der DDR schätzte man den guten „West-Kaffee“ und wusste genau warum. Die dort gebräuchliche Mischung mit Getreide und Zichorie mundete dem Gaumen nicht wirklich. Über drei Milliarden Mark wurde daher ausgegeben, um an „echten“ Kaffee aus den lateinamerikanischen Ländern zu gelangen, was die Haushaltskasse des einzelnen Bürgers sprengte. Günstige Kaffeeproduzenten waren heiß begehrt, daher versuchte man es auf sozialistische Weise im vom Krieg gebeutelten Vietnam. 1980 wurde endlich ein Abkommen über ganze 10.000 Hektar Plantagen geschlossen, in denen genießbare Bohnen für die DDR angebaut werden sollten. Jedoch kam es nicht mehr zur Ernte, da sich die Deutsche Demokratische Republik auflöste. Heute stammt etwa 20 Prozent des importierten Kaffees aus Vietnam. Dabei handelt es sich um die Sorte Robusta, aus der auch Instant-Pulverkaffee hergestellt wird. 2,6 Millionen Menschen verdienen sich in Vietnam ihr Geld in der Kaffeeindustrie. Obwohl die Regierung aufgrund der Vorwürfe des Preisdumpings bemüht ist, die Ernten einzuschränken, ist in der Praxis keine Veränderung in Sicht.

Nicht nur in der Produktion lässt sich Geld verdienen

Auch wenn der Kaffee zum Alltag gehört, sind damit verbundene Jobs und die Kaffeeproduktion für die Genießer der dunklen Bohne eher Nebensache. Mit zu den wichtigsten Abnehmern zählt auch Deutschland – aber hier wird der Kaffee nicht nur gerne getrunken. Die rohen Bohnen werden auch weiterverarbeitet und veredelt, so dass sie danach wieder in andere Länder weiterexportiert werden. Auch wenn hierzulande naturbedingt keine Kaffeebohnen produziert werden, gibt es trotzdem interessante Jobs in der riesigen und vielseitigen Kaffeebranche, z. B. wie hier bei Stepstone.

Der Kaffee und die Gesundheit

Die einen schwören, dass Kaffee bei ihnen die Lebensgeister weckt und sie fit hält, während andere zu wissen glauben, dass er der Gesundheit schadet. Wie ist es also um den Kaffee und die Gesundheit wirklich bestellt? Dass Kaffee am Morgen wach macht und den Kreislauf anregt, müssen keine Studien mehr beweisen. Belegt sind mittlerweile positive Auswirkungen auf Magen, Darm und Diabetes. Früher galt es als Fakt, dass Kaffee kein Flüssigkeitsspender ist, da er dem Körper – im Gegenteil – Wasser entzieht. Davon wird heute nicht mehr ausgegangen. Auch wenn Kaffee harntreibend wirkt, darf das Getränk nach modernen Erkenntnissen zur täglich empfohlenen Flüssigkeitszufuhr zählen. Auch die Menge entscheidet, wie gesund Kaffee ist – drei bis fünf Tassen werden allgemein empfohlen. Interessant ist, dass 100 ml des dunklen Gebräus nur zwei Kalorien haben, weshalb durch Kaffeegenuss niemand zunimmt – außer es kommt noch Zucker hinzu.

Negative Annahmen sind überholt

Wer zu viel Kaffee trinkt, wird nervös und magenkrank – so eine Annahme, die früher noch häufiger galt als heute. Tatsächlich hängt es von der Allgemeingesundheit und dem Lebensstil ab, ob Kaffee gesund ist oder nicht. Auch wirkt das enthaltene Koffein nicht auf jeden Menschen gleich. Es hängt unter anderem vom Stoffwechsel ab, der das Koffein schnell oder langsam abbaut. Meist verschwindet Müdigkeit nach dem Kaffeetrinken relativ plötzlich. Wie lange dieser Zustand anhält, ist unterschiedlich. Wer Koffein schnell abbaut, hat bald danach wieder das Bedürfnis, zu einer neuen gefüllten Kaffeetasse zu greifen. Empfindlichere Menschen, die Koffein langsam abbauen, merken die Wirkung noch länger – ebenso jene mit generell empfindlichem Magen. Das gilt umso mehr für Personen, die ansonsten keinen oder nur selten Kaffee trinken. Auch der Effekt auf das abendliche Einschlafen kann daher unterschiedlich ausfallen.

Ist Kaffee gut für den Blutdruck? 

Wer unter hohem Blutdruck leidet, ist sich oft unsicher, ob Kaffee lieber gemieden werden sollte. Schließlich soll das Koffein für vermehrten Druck in den Gefäßen verantwortlich sein. Wie die Deutsche Herzstiftung angibt, erhöht sich der Blutdruck nach dem Kaffeetrinken lediglich um ca. 10 bis 20 mmHG. Wer Kaffee gewöhnt ist, darf sogar mit einen niedrigeren Wert rechnen. Daher wird mittlerweile davon ausgegangen, dass sogar Bluthochdruckpatienten (sofern es sich nicht um „sehr hohen“ Blutdruck handelt) zur Kaffeetasse greifen dürfen. Neueste Studien haben außerdem ergeben, dass sich Koffein positiv auf die Funktion des Herzens einwirkt und vor Gefäßverkalkung schützt. Vorsicht ist allerdings bei vorhandenen Herzrhythmusstörungen geboten. Im Einzelfall sollte also vorsichtshalber der behandelnde Arzt befragt werden.

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