Kinderzuschlag bei ALG II / Hartz IV

Eltern mit Kindern – auch Alleinerziehende – können einen Kinderzuschlag bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit beantragen und bekommen dann Geld, wenn bestimmte – sehr eng begrenzte Voraussetzungen – erfüllt sind:

• Die Kinder müssen unverheiratet und nicht älter als 25 Jahre sein, sowie bei einem Elternteil oder bei beiden Eltern in deren Haushalt leben.
• Für die Kinder kann Kindergeld beansprucht werden.
• Das Einkommen der Eltern liegt unter einem Mindesteinkommen, das an der Höhe des Sozialhilfesatzes orientiert ist. Elternpaare dürfen nicht mehr als 900 Euro, Alleinerziehende höchstens 600 Euro pro Monat verdienen, um an den Kinderzuschlag zu kommen.
• Auch für Vermögenswerte der Beteiligten gibt es Grenzwerte, die sich an den Grenzwerten orientieren, die auch für den Bezug von Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II gelten.
© st-fotograf - Fotolia.com
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Zweck des Kinderzuschlages ist es, den Bezug von ergänzendem Arbeitslosengeld II zu vermeiden. Bezieher von Arbeitslosengeld II kommen also regelmäßig nicht zu einem Kinderzuschlag. Gleiches gilt für Bezieher von Sozialhilfe. Das Kindergeld soll also an Personen gezahlt werden, die damit den Bezug von Arbeitslosengeld II oder von Sozialhilfe vermeiden. Interessant ist der Kinderzuschlag also nur für Eltern, deren reguläres Einkommen zwar unterhalb des gesetzlich geregelten Mindesteinkommens liegt, die aber durch die Beantragung und Gewährung des Kinderzuschlages diese Grenze durchstoßen können. Reicht der Kinderzuschlag nicht aus, dieses Mindesteinkommen zu überschreiten, dann macht es eher Sinn, Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe zu beantragen.Die Höhe des Kinderzuschlages wird durch das Einkommen und Vermögen der Eltern und der Kinder bestimmt.
Maximal 140 Euro pro Monat kann je Kind als Kinderzuschlag gezahlt werden. Hat das Kind selbst Einnahmen (beispielsweise eine Waisenrente), dann werden diese vollumfänglich auf den Kinderzuschlag angerechnet. Anders ist dies bei den Eltern bzw. dem alleinerziehenden Elternteil. Hier wird lediglich angerechnet, wenn das gesetzlich geregelte Existenzminimum (Einkommen nach Abzug berufsbezogenen Aufwendungen und Freibeträgen) überschritten wird.Interessant ist der Kinderzuschlag auch, um weitere Leistungen aus dem Bereich „Bildung oder Teilhabe“ zu bekommen. Hier gibt es eine ganze Reihe von Fällen, bei denen die Eltern zur Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit gehen können, um einen Zuschuss zu bekommen. So können die Kosten für Schulausflüge, persönlichen Schulbedarf, Lernförderung und Nachhilfe, Mittagsverpflegung und kulturelle Veranstaltungen reduziert werden. Allerdings müssen die betroffenen Eltern bei einer kommunalen Stelle zunächst die Leistungen beantragen, bevor die Familienkasse die Kosten übernimmt.

(Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Kein Anspruch auf Vollständigkeit!)

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