Mehrbedarf für Alleinerziehende Hartz IV Empfänger

© Coloures-Pic - Fotolia.com
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Für Personen, deren finanzielle Situation sich so verschlechtert, dass sie eine Unterstützung durch den Staat benötigen, entstehen aus der ersten Verunsicherung heraus meist eine ganze Reihe von Fragen. Nicht selten ereilt dieses Schicksal die Alleinstehenden mit einem oder mehreren Kindern und wird für diese die Bemessung der sogenannten Mehrbedarfe entscheidend. Auch die Trennung von einem Lebenspartner kann zu einer wirtschaftlichen Situation führen, die das Thema Mehrbedarfe in den Fokus des Antragstellers rückt.

Die drei Bedarfskategorien: Regelbedarf, Mehrbedarfe und Bedarfe für Unterkunft und Heizung

Das zweite Sozialgesetzbuch (SGB II) regelt die sogenannte Grundsicherung für Arbeitssuchende. Für den Gesetzgeber ergeben sich dabei drei Bedarfskategorien, anhand derer die finanzielle Zuwendung bemessen wird. Sie werden in den Paragraphen 20, 21 und 22 des SGB II beschrieben: Zunächst besteht der Regelbedarf, der der Sicherung des Lebensunterhaltes dient. Dieser beträgt für volljährige Alleinstehende, Alleinerziehende oder Personen mit minderjährigem Lebenspartner 391 Euro. Für Kinder und junge Menschen wächst der Regelbedarf abhängig vom Alter von circa 230 Euro über knapp 300 Euro auf 353 Euro ab Vollendung des 25. Lebensjahres an. Der Regelbetrag liegt der Bemessung der Mehrbedarfe zugrunde. Bei den Mehrbedarfen wird auf besondere Lebensumstände der Antragsteller Rücksicht genommen. Neben Schwangerschaft und Kindern führen auch medizinische Gründe und Behinderungen zum Zugeständnis weiterer Leistungen (siehe Tabelle). Schließlich werden die Bedarfe für Unterkunft und Heizung, das heißt die gemeinhin als Gesamtmiete betrachteten Wohnkosten, als dritte Bedarfskategorie geführt.

Wie sich die Mehrbedarfe im Speziellen ergeben

Die folgende Tabelle soll einen Überblick über die verschiedenen Mehrbedarfsfälle geben und orientiert sich am zugrundeliegenden Gesetzestext (§ 21 SGB II).

Umstand Mehrbedarf als Prozentangabe des festgestellten Regelbedarfs
Werdende Mütter nach der zwölften Schwangerschaftswoche 17 % des festgestellten Regelbedarfs
Alleinerziehende mit einem Kind unter 7 Jahren oder zwei bis drei Kindern unter 16 Jahren 36 % oder 12 % für jedes Kind, falls dieser Betrag dann höher ist, maximal jedoch 60 %
Erwerbsfähige Behinderte mit dem Ziel der Teilhabe am Arbeitsleben 35 % für entsprechende Maßnahmen
Medizinische Notwendigkeit besonderer Ernährung Ermessensspielraum für die Behörde
Besondere Einzelfälle Ermessensspielraum für die Behörde
Notwendigkeit dezentraler Warmwassererzeugung  0,8 % bis 2,3 % bei Volljährigkeit (vom Alter abhängig)

Die aus den Mehrbedarfen resultierenden Leistungen dürfen den Regelbedarf nicht übersteigen. Mit anderen Worten ist die Summe der Mehrbedarfe auf 100 % des Regelbedarfes beschränkt.

(Hinweis: Kein Anspruch auf Vollständigkeit/Korrektheit, ersetzt keine Rechtsberatung, Artikel bezieht sich auf Situation ab 1. Januar 2014)

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