Mit den richtigen Fragetechniken zum Traumjob | Meine Stellenbörse Bewerberblog

Mit den richtigen Fragetechniken zum Traumjob

#50778448 - Frage - © MH - Fotolia.com
#50778448 – Frage – © MH – Fotolia.com

Das Bewerbungsgespräch. Wer es bis hierher geschafft hat, der hat meistens bereits sehr viele andere Bewerber abgeschüttelt und sich durch sein Bewerbungsschreiben positiv aus der Masse hervorgehoben. Die Tatsache, dass ein Bewerber zu diesem Vorstellungsgespräch eingeladen ist, zeugt davon, dass die Leitung bzw. die Personalabteilung des Unternehmens auch tatsächlich an einer Zusammenarbeit interessiert ist. Jetzt gilt es, die Erwartungen dieser Personen nicht zu enttäuschen, im besten Fall zu übertreffen. Hierbei geht es um mehr als die richtige Wahl der Kleidung, die korrekte Gestik und Mimik und eine freundliche und adäquate Ausdrucksweise. Selbst Bewerber mit lückenlosen und spannenden Lebensläufen, die in jedem Satz über jede einzelne Qualifikation den Namen des neuen Jobs rufen, können hier im schlimmsten Fall scheitern. Können. Wer jedoch einige Hinweise beachtet, der kann das Bewerbungsgespräch auch genauso gut souverän meistern. Ein kleiner Teil davon besteht aus dem Erkennen und dem richtigen Anwenden von Fragetechniken.

Was für Fragetechniken gibt es – und wie nutzt sie der Personaler?

Was zunächst kompliziert und hochtrabend klingen mag, lässt sich in Wahrheit recht schnell auf ein paar erklärende Sätze herunter brechen. Fragetechniken sind rhetorische Mittel, die von bestimmten Personenkreisen, wie beispielsweise Personalern, eingesetzt werden, um Gespräche in bestimmte Richtungen zu lenken, Interesse anzuzeigen oder den Gesprächspartner aus der Reserve zu locken. Es gibt zahlreiche solcher Fragetechniken, die zu den wichtigsten drei zusammengefasst werden können: Offene Fragen, geschlossene Fragen, halboffene Fragen.

Offene Fragen

© amino2003 - Fotolia.com
© amino2003 – Fotolia.com

Diese Fragetechnik besteht darin, den Gesprächspartner zu einer längeren und ausführlicheren Antwort zu bewegen. Es handelt sich um typische sogenannte „W-Fragen“: Wer, Wie, Was, Wieso, Wann, usw. Auf eine solche Frage werden keine knappen Antworten erwartet, „Ja“ oder „Nein“ ist gar eine Möglichkeit. Es geht darum, möglichst viel über sein Gegenüber, gerade im Bezug zu der Frage, zu erfahren, ohne weiter nachhaken zu müssen. Hierbei kann der Fragende nicht nur eine Antwort auf seine eigentliche Frage erhalten, sondern auch einige über den Charakter und die Interessen des Gefragten. Beispiele für offene Fragen sind:

Was haben Sie während Ihres Auslandssemesters in Ihrer Freizeit gemacht?
Hier wird nun eine ausführliche Antwort erwartet. Ein Bewerber ist dazu angehalten, einige spannende Erlebnisse zu schildern, die ein wenig über ihn verraten. „Ich war jeden Abend im Pub“ ist definitiv die falsche Antwort, aber „Ich habe jeden Abend nur gelernt“ ist genauso schlecht. Ein Mittelweg sollte gefunden werden, der viele Hobby und Interessen preisgibt und auf ein soziales Leben schließen lässt.

Was war Ihr Studienschwerpunkt? Warum haben Sie sich dafür entschieden?
Was zunächst als eine einfachere Frage erscheint, wird dem Personaler dennoch viele wichtige Informationen liefern. Die Art und Weise, wie der Bewerber nun antwortet, verrät viel über sein Fachwissen und auch seinen Enthusiasmus, seine Verbundenheit mit dem jeweiligen Studienschwerpunkt. Wer nun trocken über die späteren Berufs- und Verdienstmöglichkeiten dieses Schwerpunktes referiert, der macht einen ganz anderen Eindruck als jemand, der nun voller Leidenschaft von den spannenden Themen seines Schwerpunktes schwärmt. Was hier die bessere Methode ist, hängt natürlich von dem jeweiligen Job ab.

Warum haben Sie für Ihr Studium so lange gebraucht?
Solche Fragen sind dafür da, den Bewerber zu verunsichern und aus der Reserve zu locken. Nun bloß nicht aus der Ruhe bringen lassen und in die Defensive gehen. Eine sachliche Antwort ohne Standardausreden kann hier die beste Wahl sein.

Geschlossene Fragen

Diese Fragetechnik zielt auf schnelle und präzise Antworten ab. Man benutzt sie vor allem, um Informationen zu sammeln und manchmal, um die Entscheidungsfreudigkeit eines Bewerbers zu überprüfen. Es handelt sich um die typischen „Ja“ – „Nein“ Fragen, die aber nicht in jedem Fall auch nur mit dieser einen Silbe beantwortet werden müssen – oder sogar sollen. Im Bewerbungsgespräch könnten sie so aussehen:

Können Sie schon zu einem bestimmten Termin anfangen?
Eine ganz normale Frage, die ganz klar mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden kann.

Sind Sie bereit Überstunden zu machen?

Der normale Bewerber ist dies sicherlich zunächst einmal. Ein uneingeschränktes „Ja“ sollte trotzdem nicht die Antwort sein. „Grundsätzlich Ja“ zeigt den Personalern Bereitschaft aber auch mögliche Grenzen.

Halboffene Fragen / Alternativfragen

Wenn überhaupt, dann ist diese Fragetechnik die eigentlich trickreiche. Sie erlaubt weder einen langen Monolog, noch eine einfache „Ja“ oder „Nein“ Antwort. Hier gilt es, besonders aufmerksam zu sein. Häufig werden bei dieser Fragetechnik „oder“ Fragen gestellt, bei denen die Antwort – zumindest in Bewerbungsgesprächen – häufig „beides“ lauten sollte. Hier geht es darum, aktiv zu formulieren, welche Entscheidung man treffen würde. Und das begründet.

Würden Sie sagen, Sie arbeiten im Zweifelsfall eher schnell oder eher genau?
Beides ist gut, aber sich für Eines zu entscheiden nicht. Eine gute Antwort wäre: „Gerade unter Zeitdruck gelingt es mir zumeist gut, besonders konzentriert und besonders genau zur selben Zeit zu arbeiten“.

Arbeiten Sie lieber allein oder im Team?
Natürlich können Sie beides sehr gut. Die Vor- und Nachteile beider Möglichkeiten können kurz angerissen werden. Mehr als 4 Sätze werden jedoch nicht erwartet.

Wie ein Bewerber durch gezielt eingesetzte Fragetechniken Souveränität beweist und Interesse bekundet

Die vorgestellten Fragetechniken können natürlich nicht nur vom Personaler eingesetzt werden. Auch ein Bewerber sollte sich vorher eine Strategie zurecht legen, die Fragetechniken beinhaltet. Fragen sind ein absolutes MUSS für jeden Bewerber, um Interesse zu bekunden. Und diese sollten wohlüberlegt und in der richtigen Fragetechnik formuliert sein, um möglichst viele Informationen erhalten zu können.

In aller Kürze: Checkliste für Fragetechniken im Bewerbungsgespräch

1. Vor dem Bewerbungsgespräch: Mindestens sieben Fragen überlegen (mindestens zwei davon werden vermutlich beantwortet, ohne dass sie überhaupt gestellt wurden).

2. Vor dem Bewerbungsgespräch: Welche Fragetechniken passen zu den gesuchten Informationen?

3. Im Bewerbungsgespräch: Die richtige Situation abwarten / Flexibel bleiben. Der Personaler stellt eine Frage, deren Beantwortung im Zusammenhang mit einer selbst der überlegten Fragen steht? Erst Antworten und danach direkt zurück fragen. So wird echtes Interesse gezeigt, das Gespräch wird ein Dialog, der Bewerber beweist Souveränität.

4. Im Bewerbungsgespräch: „Haben Sie noch Fragen?
„Ja!“ Das Gespräch muss hier noch nicht zu Ende sein. Als Bewerber interessiert man sich für den Job und das Unternehmen. Das sollte er zeigen. Durch mindestens drei oder vier Fragen und mindestens 2 verschiedene Fragetechniken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.