Soft Skills befördern die Karriere

Hinter dem eingedeutschten Begriff der „Soft Skills“ verbirgt sich das komplexe Themenfeld der sozialen Kompetenzen. Das diese nicht nur einen großen Einfluss auf unser tägliches Leben haben, sondern auch die Karriere befördern können gilt mittlerweile nicht mehr nur unter Experten als erwiesen. Wer hier punkten kann, der hat es auf der Karriereleiter meistens ein wenig leichter und klettert die Sprossen schneller hinauf. Doch was sind diese Kompetenzen eigentlich, wie erwirbt man sie und wie kann man sich in ihnen verbessern? Arbeitnehmer stellen sich diese Frage immer wieder, dabei ist es oft gar nicht so leicht hier ein klares und übersichtliches Bild zu bekommen an dem man sich orientieren kann.

handschlag nach dem beratungsgespräch
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Ein vielschichtiges Thema in allen Lebenslagen

Wie viele andere Teildisziplinen der menschlichen Psychologie sind die sozialen Kompetenzen ein komplexes Feld, dessen Auswirkungen und Ergebnisse in einzelnen Fällen sogar über Jahre hinweg große Auswirkungen auf die menschliche Psyche und damit das Sozialverhalten an sich haben können. Schon die Erziehung im Kindesalter macht hier den Unterschied und wer beispielsweise in einem streng religiösen Haushalt aufwächst wird, ohne entsprechendes Gegengewicht in der näheren Umgebung, zwar ein fest geprägtes Wertesystem besitzen, dafür in den Bereichen Empathie und Kompromissfähigkeit keine starke Ausprägung besitzen. Das ist jetzt natürlich rein plakativ, es kann auch das absolute Gegenteil eintreten. Aber als überspitztes Beispiel soll es verdeutlichen, dass schon im Kindesalter die Grundlagen unserer späteren Entwicklung gelegt werden. Zu dieser späteren Entwicklung gehört natürlich auch die eigene Karriere, die zwar im Kindesalter (hoffentlich) noch nicht geplant wird, aber spätestens in der späten Jugend doch eine gewisse Rolle in der beginnenden Lebensplanung bekommt und phasenweise das wichtigste Instrument der Lebensgestaltung wird.

Soziale Kompetenzen im Erwachsenenalter erwerben

Wer jetzt meint das seine verkorkste Kindheit ihm alle Karrierechancen verbaut hat sollte sich erst einmal entspannt zurücklehnen. Denn mitnichten ist es so, dass die sozialen Fähigkeiten einmal erlernt und nie mehr vergessen werden. Im Gegenteil! Der Mensch ist ein denkendes Wesen und ist immer in der Lage neue Strukturen zu erkennen und anzuwenden. Häufig ist hier noch nicht einmal eine therapeutische Maßnahme nötig, sondern es müssen lediglich fortbildende Maßnahmen durchgeführt werden. Häufig haben wir die dort vorgestellten Ideen und Leitsätze schon längst verinnerlicht, nur praktisch nie angewandt. Um dieses oft vergessene Wissen wieder hervorzuholen gibt es mittlerweile zahlreiche Angebote seitens renommierter (und leider auch wenig renommierter) Anbieter die hier eine gute Hilfestellung bieten können. Oft schicken Unternehmen ihre Führungskräfte sogar auf solche Seminare um ihnen die notwendigen Kompetenzen zu vermitteln. Praktischerweise kann man so als Unternehmen gleich eine neue Führungskultur herausbilden, weswegen dieses Mittel gerade in weltweit tätigen Konzernen immer beliebter wird.

Was genau sind soziale Kompetenzen?

Die soziale Kompetenz eines Menschen lässt sich auf insgesamt fünf unterschiedlichen Ebenen zusammenfassend erklären. Die fünfte Ebene ist dabei eher allgemein gehalten und umfasst die allgemeine emotionale Intelligenz, sowie das Engagement des einzelnen. Allerdings kann keine dieser Ebenen ohne die andere existieren und gewertet werden, ebenso ist es aber nicht möglich aufgrund „schlechter“ Werte in einem Teilbereich eine allgemeine Verminderung der sozialen Kompetenzen abzuleiten. Im Gegenteil, denn wer beispielsweise im in der Motivation große Mängel und Defizite aufweist, kann dementsprechend häufig auf sehr große Werte in den Bereichen der Toleranz und der Großmütigkeit stolz sein. Eine charakterliche Beurteilung aufgrund der reinen Werte ist hier also nicht angebracht und nur selten möglich. Allerdings bieten die sozialen Kompetenzen eine gute Übersicht über die eigenen Möglichkeiten im Umgang mit sich selbst und anderen.

Die Ebenen der sozialen Kompetenzen im Detail

1. Im Umgang mit sich selbst
Das Sprichwort „Wer mit sich selbst nicht zurecht kommt, der kann das auch nicht von anderen erwarten“ ist zwar eine harsche Aussage, stimmt aber in vielen Fällen. Allerdings spielt hier nur selten das Selbstwertgefühl eine dominierende Rolle, denn es gehört auch ein gutes Maß bei der Selbstbeobachtung und Selbstwahrnehmung dazu. Selbstdisziplin, Eigenverantwortung und das dazu gehörige Selbstvertrauen ergeben so mitunter eine gute Mischung die es jedem möglich machen gut mit sich, und damit mit seiner Verantwortung zurecht zu kommen.

2. Der Umgang mit anderen
Gerade im täglichen Arbeitsleben ist der Umgang mit anderen Personen immer wieder mit das wichtigste Kriterium für den Erfolg. Wer als Chef den großen Larry raushängen lässt bekommt wahrscheinlich bald eine entsprechende Rückmeldung seitens der Untergebenen. Eine gewisse Menschenkenntnis, Kompromissfähigkeit, Zivilcourage, aber sprachliche Kompetenz und interkulturelle Kompetenzen sind die Kernkompetenzen für einen erfolgreichen Umgang mit anderen Personen in einem Arbeitsverhältnis. Wer hier auf einen guten Umgangston achtet tut schon einen ersten wichtigen Schritt und wer intelligent genug ist auch entsprechend zu reagieren klettert die Karriereleiter sicher schnell hinauf.

3. Teamwork
Das Teamwork hat in einer Welt mit großer Arbeitsteilung einen immer höheren Stellenwert bekommen. Dazu gehört die Motivation, die Kooperationsbereitschaft, die Bereitschaft sich durchzusetzen und die Bereitschaft auch Kompromisse schließen zu können, aber auch die Konfliktfähigkeit und die Kommunikationsfähigkeit. Teamwork ist nur schwer zu lernen, denn ein Team entwickelt bekanntlich eine ganz eigene Dynamik die stark von den beteiligten Personen abhängig ist. Doch Vorsicht: Viele der größten Chefs sind nicht immer die größten Leuchten in diesem Bereich, eher im Gegenteil.

4. Führungsqualitäten
Hier sind wir im Bereich der für leitende Angestellte häufig am interessantesten erscheint. Das dies aber nur bedingt der Fall ist und das eine gute Führungskraft nicht nur durch ihre reine Anwesenheit für ein gesteigertes Arbeitstempo sorgen kann wird dabei häufig gerne vergessen. Doch es ist tatsächlich der Fall, dass eine verantwortungsbewusste und fleißige Führungskraft mit der notwendigen Empathie gegenüber ihren Untergebenen nicht nur bei den höheren Ebenen, sondern auch bei den Angestellten hoch geschätzt wird. Wer als Chef wirklich ein Vorbild sein will, der muss es auch leben könnte das hierzu passende Motto lauten.

Wie man unschwer erkennt sind die Soft Skills weitaus komplexer als dieser doch recht unscheinbare Begriff auf den ersten Blick vermuten lässt. Damit man hier eine Chance bekommt seine besten Eigenschaften für die eigene Karriere effektiv zu nutzen empfiehlt es sich immer die neuesten Erkenntnisse und Methodiken im Blick zu behalten. Ob man dabei eine Führungskraft ist, oder eine werden möchte ist nicht unbedingt das entscheidende. Denn egal für welchen Zweck man seine Empathien und Fähigkeiten auch einsetzt – In der richtigen Dosis tragen sie alle immer ihren Teil zum Erfolg bei!

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