Studieren im Ausland – Eine ganze Welt voller Möglichkeiten

studium-im-ausland02Studieren im Ausland wird immer beliebter. Egal, ob es sich um ein einzelnes Semester oder um ein gesamtes Studium handelt – die Tore zur Welt stehen für den Studenten heute weit offen, und immer mehr junge Leute nehmen dieses Angebot begeistert an. Innerhalb der EU ist es inzwischen besonders einfach, einen passenden Studienplatz zu finden. Internationale Abkommen erleichtern aber auch ein Studium in den USA, in Südamerika und in Asien. Ein Blick auf die Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegt diesen Trend. 2002 studierten 58.300 junge Leute im Ausland. 2012 waren es dagegen 138.500.

Europa und die fernen Länder

Österreich wird von den meisten deutschen Auslandsstudenten gewählt, dicht gefolgt von den Niederlanden und der Schweiz. Aber bereits auf Platz 5 liegen die USA, und auf Platz 7 folgt bereits China. Ungefähr die Hälfte der Auslandsstudenten schließt das Studium im Ausland mit einem Bachelor oder einem Master ab. Die Zahl schwankt jedoch deutlich von Fach zu Fach. Trotzdem ist nicht zu übersehen, dass viele Studenten nicht nur für ein oder zwei Semester in die Ferne schweifen, sondern ihr Studium dort sogar abschließen. Eine praktische Möglichkeit eines schnellen Kurzstudiums bietet dagegen eine Summer-Session – ein fachbezogenes Sommersemester – an einer Universität in den USA oder in Kanada.

Die vielen Vorteile des Auslandsstudiums

Im Ausland später Karriere machen, in Singapur, in den USA oder in Italien leben und arbeiten? Bei einem solchen Traum hilft ein Auslandsstudium ungemein. Fast 50 Prozent derjenigen, die für ein deutsches Unternehmen im Ausland tätig sind, haben dort bereits studiert. Das zeigt eine Studie des Instituts für Hochschulforschung in Hannover. Ein Auslandsstudium ist also ein richtiger Karriere-Booster. Ein Auslandsstudium hat aber viele weitere positive Auswirkungen. Es fördert die Fremdsprachenkenntnisse und das kulturelle Verständnis. Man knüpft außerdem Kontakte, die für die weitere Karriere von unschätzbaren Wert sind, denn jeder kann sich während des Studiums sein eigenes globales Netzwerk aufbauen! Jedes Auslandsstudium führt deshalb zu unbezahlbaren Pluspunkten im Lebenslauf und vereinfacht die Suche nach dem richtigen Job um einiges.

Welches Land für welche Karriere?

laender-studiumDie Auswahl des richtigen Ziellandes ist oft vom Studium abhängig

Spätestens während des Master-Studiums kann es wichtig werden, führenden Dozenten und Professoren quasi „nachzureisen“. Wenn ein führender Forscher in seinem Fachgebiet in China, in den USA, in Südafrika oder in Wien doziert, lockt er natürlich Studenten aus der ganzen Welt an. Abgesehen von der Anziehungskraft bestimmter Dozenten, gibt es bei der Wahl des Studienlandes in jedem Studienfach Länder, die als besonders attraktiv gelten.

Deutlich erkennbare Trends:

  • Neuseeland ist bei angehenden Geologen und Botanikern beliebt
  • Australien, Kanada und Norwegen lockt zukünftige Meeresbiologen
  • Singapur und China sind perfekt für die Planung einer internationalen Business-Karriere
  • die USA gelten als das absolute Traumland vieler Medizinstudenten. Allerdings unterscheidet sich das US-amerikanische Bildungssystem so stark vom deutschen, dass man dort immer ein gesamtes Studium ablegen muss. Dafür spielt der Numerus Clausus bei einem Medizin-Studium in den USA keine Rolle. Entscheidend sind das Vorgespräch und das Aufnahmeverfahren, das von Universität zu Universität verschieden ist.
  • Südamerika oder Spanien, England oder Australien sind natürlich perfekt für Sprachstudenten
  • Pharmastudenten fühlen sich in Finnland, Dänemark und der Schweiz sehr wohl.

Austauschprogramm – wie geht das?

Austauschprogramme sind der einfachste Weg zu einer angesehenen Universität im Ausland. Dazu muss man jedoch erst einmal an einer heimischen Universität eingeschrieben sein. Alle deutschen Universitäten sind weltweit mit Partnerhochschulen verknüpft. Die Universitäten fördern den Austausch, helfen bei der Suche nach der Finanzierung und bei allen anderen praktischen Fragen. Die Beratungsstellen der Universitäten wissen, welche Universität für welche Fakultät geeignet ist und wie welche Fördergelder und Stipendien beantragt werden.

Die Finanzierung

Studieren im Ausland kostet natürlich, und oft werden neben den Lebenshaltungskosten auch hohe Studiengebühren fällig. Die gute Nachricht zuerst: Nicht nur übliche BAföG-Berechtigte können im Ausland BAföG beziehen. Die Bemessungsgrenzen liegen beim Auslands-BAföG um einiges höher. Es lohnt sich also auf jeden Fall, einen Antrag zu stellen, auch wenn das Inlands-BAföG abgelehnt wurde. Innerhalb der EU werden außerdem die Studiengebühren bis zu einer Höhe von 4.600 Euro finanziert. Eine andere wichtige Finanzierungsmöglichkeit sind Stipendien. Viele Universitäten geben Stipendien an ausländische Studenten, außerdem hilft der Deutsche Akademische Austauschdienst bei der Suche nach dem richtigen Stipendium. Auch Stiftungen und Begabtenförderungswerke kommen in Betracht, und zu guter Letzt kann natürlich auch ein Studienkredit den Traum vom Auslandsstudium wahrmachen lassen.

Das Studium im Ausland – die richtige Planung

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Die Planung für einen Auslandsaufenthalt dauert oft sehr lange. Eine Checkliste hilft die Übersicht nicht zu verlieren.

Von der Idee bis zur Verwirklichung dauert es durchschnittlich ein Jahr. Bei bestimmen Universitäten können sogar zwei Jahre vergehen. Man sollte also frühzeitig mit den Vorbereitungen beginnen, wenn man im Ausland studieren will. Dabei muss vorrangig geklärt werden, ob man nur ein oder zwei Semester im Ausland studieren oder dort auch seinen Abschluss machen will. Als nächstes muss man sich darüber klarwerden, in welches Land es gehen soll.

Anschließend hilft folgende Checkliste, damit auf dem Weg zum Auslandsstudium keine Hindernisse übersehen werden:

  • Welche Finanzierungs- und Förderungsmöglichkeiten gibt es?
  • Gibt es Termine für Aufnahmegespräche oder Tests, die man einhalten muss?
  • Benötigt man – falls man nebenbei jobben will – eine Arbeitsgenehmigung, und wie bekomme ich sie?
  • Welche Wohnmöglichkeiten gibt es, und wieviel Geld kann man dafür ausgeben?
  • Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten?

Tipp: Außerdem lohnt es sich immer, ein halbes Jahr vor Studienantritt einen Kurztrip in das Land der Träume zu unternehmen und einige praktische Fragen vor Ort zu klären.

Anschließend können alle administrativen und bürokratischen Fragen geklärt werden.

  • Muss der Pass verlängert werden, falls man einen braucht?
  • Wird ein Visum benötigt, und wie sieht es überhaupt mit der Krankenkasse aus?
  • Kann man schon von zuhause aus ein Bankkonto in diesem Land eröffnen?
  • Was muss ich alles einpacken?
  • Auch über den Fall der Fälle sollte man sich Gedanken machen. Was passiert, wenn ich plötzlich nach Hause reisen muss?
  • Gibt es preiswerte Reisemöglichkeiten und sollte man sich dafür Geld zur Seite legen?

Wenn das alles geklärt ist, muss man nur noch die Koffer packen. Dabei lohnt sich ein optimistischer Blick in die Zukunft, denn jeder Auslandsstudent kommt mit einem Gepäck voller Erfahrungen wieder nach Hause. Manche sind dann bereit für ein weiteres erfolgreiches Studium, andere sogar schon parat für die ganz große Karriere!

Foto 2: Couleur/pixabay.com – Lizenz: CC0 Public Domain

Foto 3: monicore/pixabay.com – Lizenz: CC0 Public Domain

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