Traumjob Detektiv? Nicht ohne Ausbildung!

Das Berufsbild des Detektivs ist sowohl für Frauen als auch Männer interessant. Im beruflichen Alltag bieten sich Detektiven immer wieder neue Herausforderungen, die mit Geschick und Einsatz bewältigt werden wollen. Dass es für die Aufklärung auch komplizierter Sachverhalte einige wichtige Kenntnisse braucht, liegt auf der Hand. Daher stellen seriöse Detekteien nur Bewerber ein, die sich einer Ausbildung zum Detektiv unterziehen. Was es hierfür braucht und wann ein angehender Detektiv den ersten Fall alleine übernehmen kann.

Was künftige Detektive mitbringen sollten

Wer darüber nachdenkt, den Beruf zu wechseln und künftig als Detektiv tätig zu werden, sollte sich vorab genau mit der eigenen Persönlichkeit auseinandersetzen. Schließlich spielen die sogenannten „Soft Skills“ bei der Detektivarbeit eine nicht unbeträchtliche Rolle. Grundsätzlich sollten Interessierte sich nur dann für den Umstieg entscheiden, wenn sie die folgenden Fragen mit „Ja“ beantworten können:

  • Behalte ich auch in Stresssituationen einen kühlen Kopf?
  • Bin ich belastbar und ausdauernd?
  • Verfüge ich über angemessene moralische Grundsätze?
  • Habe ich eine gute Auffassungs- und Beobachtungsgabe?
  • Kann ich logische Zusammenhänge entschlüsseln und erkennen?
  • Verfüge ich über gute rhetorische Fähigkeiten?
  • Bin ich im Umgang mit Menschen einfühlsam, anpassungsfähig und respektvoll?
  • Kann ich schnell reagieren?
  • Bin ich dazu bereit, auch mein Aussehen zu verändern?
Detektivarbeit bringt vielfältige Herausforderungen mit sich. (Quelle: Meditations (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Darüber hinaus sollten Detektive körperlichen Anstrengungen gewachsen sein, denn nicht jede Observation kann bequem vom PKW aus erledigt werden. Gelegentlich gilt es, Hindernisse zu überwinden und schnell von einem Ort zum nächsten zu gelangen. Auch die eigene Fähigkeit, in brisanten Konfliktsituationen besonnen zu reagieren, kann für einen Detektiven von größter Wichtigkeit sein. Es lohnt sich daher, wenn zusätzlich zur Detektiv-Ausbildung verschiedene Trainings in Selbstverteidigung und Deeskalation absolviert werden.

Der letzte Punkt, der für einen Detektiven sehr wichtig ist, ist die Bereitschaft zu häufigem Reisen. Verschiedene Aufträge und Projekte finden nicht im persönlichen Wohnumfeld ab, weswegen gelegentlich auch Reisen in andere Länder oder entfernte Städte anstehen. Wer lieber dicht bei seiner Familie wohnen und seine Heimatstadt nur ungern verlassen möchte, sollte seine Entscheidung daher gründlich überdenken.

Die Ausbildung als Fernlehrgang

Grundsätzlich ist das Berufsbild des Detektivs in Deutschland nicht gesetzlich geregelt. Rein theoretisch also kann jeder Interessierte ein Gewerbe gründen und sich mit einer eigenen Detektei selbständig machen. Das jedoch erscheint in den meisten Fällen unseriös, weswegen auch Klienten nach Detekteien suchen, in denen ausgebildetes Personal arbeitet. Ein Detektiv ohne Ausbildung wird daher vermutlich nicht weit kommen.

Glücklicherweise ist es möglich, die Ausbildung zum Detektiv per Fernlehrgang zu absolvieren. Eine der renommiertesten Anlaufstellen hierfür ist die „Zentralstelle für die Ausbildung in Detektivgewerbe (ZAD)“, die mit einigen Verbänden und auch der IHK zusammenarbeitet. Die ZAD informiert auf ihrer Webseite über die Inhalte der Ausbildung, die Zulassungsvoraussetzungen und den Startpunkt für den nächstmöglichen Einstieg.

Eine Ausbildung mit großem Theorie-Teil ist für angehende Detektive wichtig. (Quelle: StartupStockPhotos (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Wer den Beruf erlernen möchte, kann sich bei der ZAD zwischen zwei unterschiedlichen Lehrgängen entscheiden. Diese unterscheiden sich jedoch nicht inhaltlich, sondern nur in ihrer Länge. So können Auszubildende den theoretischen Teil inklusive Präsenzseminaren und Abschlussprüfung in zehn oder auch 22 Monaten absolvieren. Hiernach erhalten sie ein ZAD-Zeugnis.  Sich als zertifizierter, ZAD geprüfter Detektiv bezeichnen dürfen die Teilnehmer jedoch erst nach einer zweijährigen Praxisphase. Wer zudem möchte, kann eine weitere Prüfung bei der IHK ablegen und erhält ein offizielles Zertifikat der Industrie- und Handelskammer.

Im Rahmen der Ausbildung fallen selbstverständlich Kosten an, die der Auszubildende selbst tragen muss. Diese belaufen sich derzeit auf 3.500 Euro für die zehnmonatige und 3.388 Euro für die 22-monatige Ausbildung, wobei zusätzliche Kosten für Material und Prüfungen, Hotels + Verpflegung am Seminarort anfallen. Wer diese Kosten umgehen möchte, sollte sich nach einer Detektei umsehen, die auch Ausbildungsplätze für angehende Privatermittler bereitstellt und die Ausbildungskosten übernimmt. Hier gehört die Lentz Gruppe zu diesen Arbeitgebern, die in ihren Stellenangeboten genaue Informationen für Anwärter und Bewerber zusammengestellt hat.

Detektive brauchen mehr als Theorie

Wie bereits erwähnt, sollte auf den theoretischen Teil der Detektiv-Ausbildung eine Praxisphase folgen, während der angehende Detektive ihr neues Handwerk in der realen Welt erlernen können. Wer sich zu diesem Zeitpunkt einer renommierten Detektei anschließt, wird in aller Regel eine Person zur Seite gestellt bekommen, die sich um die Einweisung in die Detektivarbeit kümmert. Während dieser Zeit bleiben frischgebackene Detektive nicht alleine, sondern arbeiten im Team und können von erfahrenen Privatermittlern lernen.

Ihre ersten Aufträge erledigen Neulinge meist nicht allein. (Quelle: StockSnap (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Insbesondere was das diskrete und angemessene Vorgehen bei der Observation, der logischen Verknüpfung von Vorgängen und Kundengespräche betrifft, genießen Detektiv-Neulinge dann die Vorzüge eines Mentors, der sie auch bei schwierigen Aufträgen unterstützt. Letztlich soll die Praxisphase einen Ermittler darauf vorbereiten, seine Arbeit künftig selbständig und verantwortungsbewusst durchzuführen.

Dass das Detektivgewerbe in Deutschland schon länger auf solide Ausbildungen und hochwertige Arbeit setzt, beweist auch eine veröffentlichte Erfolgsstatistik aus 2011 auf de.statista.com. Hier wurden 61 Prozent der Fälle vollständig aufgeklärt, während es bei 36 Prozent zu einer wenigstens teilweisen Aufklärung kam. Nur drei Prozent der Aufträge und Sachverhalte musste ohne Ergebnis abgeschlossen werden. Wer sich also Zeit nimmt und in eine gute Ausbildung investiert, wird nach der anschließenden Praxisphase dabei behilflich sein, diese Erfolgsquote aufrechtzuerhalten.

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