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Umzug bei Hartz 4

© h_lunke - Fotolia.com
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Die Gesetzgebung scheint oftmals weitaus kulanter als die praktische Umsetzung. Dies trifft auch auf das Thema Umzug bei Hartz 4 zu. Nicht von ungefähr stößt die Diskussion, dass EmpfängerInnen von ALG 2 wesentlicher Grundrechte beraubt werden, da sie sich unter anderem hinsichtlich der Wahl ihres Wohnortes immensen Einschränkungen ausgesetzt sehen, auf anhaltendes Interesse. Doch wie genau sind nun eigentlich die gesetzlichen Vorgaben beschaffen und inwieweit werden diese ihrem Original entsprechend von den zuständigen Fallmanagern umgesetzt?

Grundsätzliches zum Stichwort Kostenübernahme

Wie viele Dinge im ALG2-Bezug muss auch ein Umzug gut begründet werden.
Das bedeutet, dass man nicht einfach auf eigene Faust losziehen und einen neuen Mietvertrag unterzeichnen kann. Vielmehr ist die vorherige Absprache mit dem/der zuständigen AnsprechpartnerIn zwingende Voraussetzung für die spätere Kostenübernahme. In der Regel sollte man sich hier an dem Mietpreis für die alte Wohnung orientieren. Denn möchte man plötzlich in eine Unterkunft ziehen, die sich finanziell zwar noch in dem vorgegebenen Rahmen bewegt, jedoch teurer ist, so geraten Betroffene nicht selten in Rechtfertigungszwang.
Der wichtigste Schritt besteht also darin, das Jobcenter rechtzeitig von dem Umzugswunsch in Kenntnis zu setzen und die aktuell gültigen Grenzwerte bezüglich Mietpreis und Wohnungsgröße in Erfahrung zu bringen.

Kluft zwischen Theorie und Praxis

Sodann kann man mit der eigentlichen Recherche beginnen und Informationen bezüglich in Frage kommender Objekte einholen.
Der nächste Schritt erweist sich zumeist als die entscheidende und oftmals nicht zu bewältigende Hürde auf dem Weg zu einer neuen Bleibe. Denn das gängige Verfahren sieht vor, dass man sich in die Schar der Interessentinnen und Interessenten einreiht, an einer Wohnungsbesichtigung teilnimmt und im Anschluss den persönlichen Fallmanager kontaktiert und idealerweise die Einwilligung zur Unterzeichnung des Mietvertrages einholt. Je nach Ort und Anzahl der MitbewerberInnen hat man bei einem derart langwierigen Prozedere so gut wie keine Chance, die Wohnung zu bekommen, zumal man sich sogleich als ALG 2-BezieherIn ‚outen‘ muss. Auch in puncto Umzug an sich liegt die Kostenübernahme zumeist im Ermessensspielraum des/der jeweiligen Verantwortlichen beim Jobcenter, so dass das Aufführen nachvollziehbarer Gründe nur von Vorteil sein kann.

(Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Kein Anspruch auf Vollständigkeit!)

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