Warum wir aus konstruktiver Kritik lernen müssen | Meine Stellenbörse Bewerberblog

Warum wir aus konstruktiver Kritik lernen müssen

Die erste Reaktion auf Kritik? Abwehr. Mitunter werden wir persönlich, reagieren beleidigt und finden plötzlich unzählige Punkte, die uns an unserem „Kritiker“ stören. Das sind allesamt normale Reaktionen, wenn wir nicht abwarten und durchatmen; wir sollten, wenn wir kritisiert werden, einen Moment abwarten und auch über die Worte, die wir gerade gehört haben, nachdenken. Das ist der erste Schritt einer langen Reise, wenn wir konstruktive Kritik annehmen und aus ihr lernen möchten.

Die ersten Sekunden

Werden wir kritisiert, reagieren wir entweder zornig, beleidigt oder sind sogar verletzt. Dennoch ist es wichtig, dass wir nicht sofort negativ reagieren. Wir sollten einmal abwarten und uns die Frage stellen, ob die Kritik gerechtfertigt ist oder nicht. Beginnen wir also die erste Phase – die sogenannte „cool down“-Phase – zu starten. Hier aktivieren wir die Logik und versuchen, unsere Emotionen in den Griff zu bekommen. Emotionen können nämlich dazu führen, dass wir Worte sagen, die wir vielleicht gar nicht so gemeint haben. Emotionen können, wenn sie über uns herrschen, einen kaum zu reparierenden Schaden anrichten. Antworten wir also erst, wenn wir der Meinung sind, eine Spur ruhiger geworden zu sein. Atmen wir kurz durch und warten wir für einige Sekunden ab.

Die Frage nach der Tagesverfassung

Der Schlüssel zum Erfolg? Negative Worte in positive Energie umwandeln. Jede Kritik, ganz egal, wie hart sie sein mag, hat natürlich auch einen positiven Charakter, den es zu finden gilt. Schlussendlich besteht ehrliches Feedback aus der Wahrheit. Würden wir öfter auf ehrliche Kritik achten und sich diese auch wirklich zu Herzen nehmen, ohne, dass wir gleich beleidigt und zutiefst verletzt sind, könnten wir relativ schnell aus unseren eigenen Fehlern lernen. Natürlich gibt es Tage, an denen wir keine Kritik hören möchten. Wir sind vielleicht nicht gut drauf, etwas sensibel oder haben vielleicht mit einem Bekannten oder Freund gestritten? Wer uns an solchen Tagen mit Kritik kommt, meint es nicht böse, sondern kennt unseren restlichen Tagesablauf nicht, den wir bereits erlebt haben. Dennoch: Auch wenn wir gerade besonders verletzlich sind, einen schlechten Tag hatten und wütend sind, sollten wir uns jede Kritik anhören und daraus lernen.

Wir sollten dankbar sein

Bedanken wir uns für Kritik. Selbst dann, wenn der Kritiker eine unsanfte Art an den Tag legt, sollten wir nicht sofort negativ reagieren. Schlussendlich wissen auch wir nicht, welchen Tag er schon erlebt hat; vielleicht hatte er auch bereits Streitigkeiten mit seiner Freundin, ist einfach mit dem falschen Fuß aufgestanden oder hat eben diese spezielle Art, die wir einfach nicht mögen, aber dennoch nicht dafür sorgt, dass seine Kritik, die er gegenüber uns getätigt hat, falsch ist. Bedanken wir uns dennoch. Vielleicht überraschen wir unseren Kritiker? Wer denkt schon daran, dass er ein „Danke“ hört, wenn er gerade austeilt? Vielleicht sind es derartige Situationen, die dazu führen, dass sich beide – der Kritiker und derjenige, der die Kritik einstecken muss – plötzlich mit anderen Augen sehen? Vielleicht sind derartige Situationen auch der ausschlaggebende Grund, um sich mit noch mehr Respekt zu behandeln? Auch dann, wenn der Kritiker aber mit dem „Danke“ gar nichts anfangen kann, sollten wir keinesfalls enttäuscht oder wütend sein. Am Ende sind nämlich wir als Gewinner ausgestiegen; wir sind schlussendlich diejenigen, die die Kritik verstanden und sich vorgenommen haben, daraus zu lernen. Ob der Kritiker das „Danke“ annimmt, versteht oder sich womöglich sogar provoziert fühlt, das mag am Ende seine persönliche Sache sein.

Der schwerste Teil – aus der Kritik lernen

Wir haben Kritik erhalten, dem Kritiker gedankt und sind der Meinung, alles ist in Ordnung? Das ist definitiv nicht der Fall. Nun beginnt der schwerste Teil – wir müssen beginnen, die Kritik in Einzelteile zu zerlegen, sodass wir aus ihr lernen können. Auch dann, wenn Sie felsenfest davon überzeugt sind, dass die Kritik nicht gerecht war, sollten Sie ein paar Minuten Zeit aufbringen und darüber nachdenken, ob es nicht dennoch einen wahren Kern gibt. Denken wir einfach ein paar Minuten darüber nach, was uns der Kritiker gesagt hat, wie wir die Kritik empfunden haben und ob es nicht tatsächlich Fragmente gibt, die der Wahrheit entsprechen. Stellen wir fest, dass wir zu 100 Prozent im Recht sind, können wir die Kritik vergessen. Das wird jedoch – in den meisten aller Fälle – nicht vorkommen. Vorwiegend gibt es einen wahren Kern, den wir behutsam bewahren müssen. Denn genau dieser Kern ist es, an dem wir arbeiten müssen. Wir werden, wenn wir uns mit der Kritik beschäftigen und versuchen, aus der konstruktiven Kritik zu lernen, andere und vielleicht sogar bessere Menschen. Wenn wir erkennen, wo unsere Fehler sind, können wir diese bekämpfen.

Zwei positive Nebeneffekte

Wir verstehen Kritik immer wieder als persönlichen Angriff, als Beleidigung unserer Person, wobei Kritik nichts anderes ist, als ein Hinweis, etwas anders – etwas besser – zu machen. Wir sollten nicht automatisch den Kritiker dafür verurteilen, weil er uns einen Ratschlag gibt oder uns darauf hinweist, dass man etwas anders machen muss. Wir sollten unserem Kritiker dankbar sein, dass er uns die Möglichkeit gibt, unsere Fehler zu verbessern. Zudem hat die Fähigkeit, Kritik einzustecken und damit umgehen zu können, zwei Nebeneffekte: Sie werden geschätzt und respektiert, da Sie kein Problem haben, Kritik einzustecken und in weiterer Folge sogar noch aus der Kritik lernen. Sie werden auch an Selbstachtung gewinnen und sich besser fühlen. Sie werden ein anderer Mensch werden, der ein paar Dinge anders sehen wird – versprochen. Genauso schaffen Sie es, dass Sie überlegen bleiben!

Wie gehen wir also mit der Kritik um?

Wir müssen uns emotional entfernen und die Kritik dahingehend beurteilen, ob sie auch gerechtfertigt ist. Wir müssen nicht nur die negativen Aspekte, sondern auch positive Faktoren erkennen, auf die wir aufzubauen haben. Wir sollten der Kritik gegenüber nicht negativ eingestellt sein; wir sollten kritischen Worten positiv begegnen und froh sein, dass wir die Chance erhalten, Fehler zu vermeiden.

Es mag kein leichter Weg sein, wobei es besonders wichtig ist, kritikfähig zu sein. Es gibt viele Menschen, die von sich aus behaupten, sie würden Kritik vertragen – jene, die es ständig sagen, sind es aber, die in Wahrheit kein negatives Wort hören wollen.

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