Zielorientierte Arbeitsweise – Soft Skills

Es gibt Dinge, die eine Schule oder eine Universität nicht oder nur in begrenztem Umfang lehren kann. Einige dieser Dinge haben manche Menschen im „Blut“, andere müssen sie sich mit Erfahrung erarbeiten und wieder andere werden diese Dinge, aus welchen Gründe auch immer, nie erreichen.

Es handelt sich dabei um die sogenannten Soft Skills, den Fähigkeiten eines Menschen neben der fachlichen Qualifikation, den Hard Skills. Soft Skills lassen sich in drei größere Gruppen einteilen, die aus der persönlichen Kompetenz, der sozialen Kompetenz und der methodischen Kompetenz bestehen.

Natürlich setzt sich das charakterliche Erscheinungsbild einer Person aus mehreren dieser soft skills zusammen, gemischt aus allen drei Gruppen und in unterschiedlicher Ausprägung. Das macht den Menschen aus, macht Sie oder Ihn zum Individuum. Im beruflichen Alltag ist es von Vorteil, einige dieser Soft Skills zu beherrschen, wobei es erlernbare Skills gibt und Skills, die in der Persönlichkeit bereits verankert sind. Wenn nicht, erfordert die Erreichung dieses Skills eine gewisse Änderung der Einstellung oder des Verhaltens. Ein für den Job wichtiger soft Skill ist ohne Zweifel die Fähigkeit der zielorientierten und strukturierten Arbeitsweise.

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Ein schwieriges Feld

Die Art und Weise, an eine Aufgabe heranzugehen, entscheidet oft über Erfolg oder Versagen. Dabei gibt es Regeln, die sich verinnerlichen lassen, einen Verhaltenskodex hingegen gibt es dafür nicht. Viele Menschen verwechseln eine strukturierte Arbeitsweise mit Ordnung und Systematik. Beide Begriffe können jedoch durchaus falsch angewendet werden. Darum kann der uns allen aus dem eigenen Umfeld bekannte „Chaot“ durchaus erfolgreich sein, während hingegen der Ordnungsfanatiker gleichzeitig auf keinen grünen Zweig kommt.

Die zielorientierte Arbeitsweise lässt sich im Großen wie im Kleinen anwenden und hilft nicht nur im Beruf, sondern ebenso in der Freizeit. Wer sich diese Methodik zu eigen macht, beginnt sein eigenes Umfeld neu zu strukturieren, denn eine der Regeln dieses soft skills ist es, Dinge anzupassen, um damit in der Zukunft einfacher arbeiten zu können. Ein sehr simples Beispiel ist hierbei die Platzordnung von Gegenständen. Vor allem die Gegenstände, die oft benötigt werden, sollten einen festen Platz am Arbeitsplatz oder Zuhause haben. Zugegeben, Singles haben es in dieser Beziehung einfacher als Paare oder Familien. Aber auch dort, wo ein Gegenstand von mehreren Personen genutzt wird, gibt es Möglichkeiten, dafür zu sorgen, dass dieser Gegenstand immer an einem bestimmten Punkt zu finden ist, wenn er gerade nicht in der Benutzung ist. Zum Beispiel indem der Gegenstand mit etwas quasi verbunden wird, das unveränderlich als Platzhalter vorhanden ist. Sicher werden jetzt viele Menschen denken, dass dies doch normal sei, aber wie viel Zeit geht auf der Suche nach Dingen verloren, die nicht dort sind, wo sie hingehören?

Prioritäten setzen

Das ist natürlich nur ein Randaspekt bei der Methodik zur zielorientierten Arbeitsweise. Wer im Berufsalltag mit immer neuen Aufgaben und Herausforderungen konfrontiert wird, muss sich überlegen, wie diese Aufgaben möglichst effektiv erledigt werden können. Zuerst einmal bedeutet es, die Aufgaben nach Priorität zu ordnen. Bevor nun aber losgelegt wird, sollte die Überlegung angestellt werden, welche der Aufgaben sich leicht oder einfach erledigen lassen und welche mehr Aufwand benötigen. Dann steht noch die Frage im Raum, wie hoch die Dringlichkeit der jeweiligen Aufgabe tatsächlich ist. Viele Vorgesetzte delegieren Aufgaben und setzen deren Bearbeitung mit „wichtig“ oder „eilig“ an, einfach um den Bearbeitungsprozess in Gang zu halten. Hier gehört natürlich eine gewisse Kenntnis der internen betrieblichen Vorgänge dazu, um die Prioritäten wirklich richtig zu setzen. Wenn nun leichte und schwere Aufgaben eine etwa gleich hohe Priorität besitzen, sollte die leichte Aufgabe zuerst erledigt werden. Dann ist der Rücken frei, wenn es bei der Erledigung der schweren Aufgabe zu Komplikationen kommt. Zudem steigert eine erfolgreich abgeschlossene Arbeit das Selbstbewusstsein und das stärkt wiederum die Eigendynamik.

Strukturiert arbeiten

Um an ein Ziel zu gelangen, gibt es meist mehrere Wege, wobei der direkte Weg keineswegs immer auch der beste Weg ist. Umgemünzt auf die Arbeitswelt bedeutet dies, dass sich ein schnell erzieltes Ergebnis mitunter als falsch oder fehlerhaft herausstellt. Wer strukturiert arbeitet, orientiert sich zuerst an der Arbeitsweise eines bereits erfolgreich abgeschlossenen Vorgangs gleicher Thematik oder gleicher Zielsetzung. Wenn dies nicht möglich ist, sollte das erwünschte Ziel und die zur Verfügung stehenden Wege betrachtet werden. Eine Methodik in der Methodik ist hierbei das gedankliche Durchspielen der Wege, wobei jeder einzelne Bearbeitungsschritt unter der Prämisse betrachtet wird, ob er für die Zielerreichung wirklich sinnvoll und notwendig ist.

Für das Soft Skill der zielorientierten Arbeitsweise ist dies wohl der wichtigste Punkt. Das Erkennen der wichtigen Dinge und das Erkennen und gleichzeitige Ausschließen der unwichtigen Dinge. Im Beruf wie im Privatleben ist es die Erfahrung, gepaart mit einer methodischen Denkweise, die zum Ziel führt. An erster Stelle steht jedoch das methodische Denken, denn Erfahrung braucht Zeit.

Erfahrung jedoch ohne die Methodik der zielorientierten Arbeitsweise bedeutet im Grunde nur, dass Fehler immer wieder wiederholt werden und das neue Wege kaum oder gar nicht beschritten werden.

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