Arbeiten in Japan und die japanische Sprache

Über das Arbeiten in Japan – was ist anders als in Europa?

Dieser Artikel soll einen Blick auf das japanische Karrieresystem werfen und einen Einblick in die Möglichkeiten geben, die japanische Sprache zu erlernen.

Japanisch lernen

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Ko-ni-chi-wa!
Die japanische Sprache ist eine großartige Sprache, die man lernen sollte, egal ob man sie für geschäftliche Zwecke nutzen, japanische Medien wie Mangas lesen oder mit einem Freund Japanisch sprechen möchte. Japanisch kann zunächst schwierig wirken, da es mit westlichen Sprachen wie Deutsch oder Englisch absolut nichts zu tun hat. Das Schriftsystem ist kompliziert, aber die Grammatik, die Aussprache und das Erlernen von grundlegender Konversation gestalten sich eigentlich ziemlich einfach. Sie könnten beispielsweise mit dem Erlernen einiger nützlicher Sätze und beginnen und dann in japanische Laute und Schriftsysteme eintauchen.

Die Grundlagen der japanischen Sprache

Die japanischen Schriftsysteme
Die Japanische Sprache hat vier Schreibsysteme (Hiragana, Katakana, Kanji und die latinisierte Form), die sich darin unterscheiden, dass jedes aus eigenen, unterschiedlichen Zeichen besteht. Jedes japanische Wort, unabhängig davon, aus welchem Schriftsystem es stammt, wird mit einer Kombination von nur 46 Grundtönen ausgesprochen. Die Beherrschung der verschiedenen Schriftsysteme ist ein essentieller Teil für das Lernen der japanischen Sprache.

Die japanische Aussprache
Die 46 Klänge in der japanischen Sprache bestehen aus einem von fünf Vokalklängen, auch Kombinationen aus Vokal und Konsonanten sind möglich. Einzige Ausnahme ist ein Klang, der nur aus einem Konsonanten besteht. Sie können damit beginnen, die japanische Aussprache einzuüben, indem Sie lernen, wie man jeden einzelnen Buchstaben in den Systemen Hiragana und Katakana ausspricht. Konzentrieren Sie sich dabei auf die Intonation der verschiedenen Klänge. Variationen der einzelnen Klänge können die Bedeutung der ausgesprochenen Wörter wesentlich verändern. Eine lange Silbe kann somit eine völlig andere Bedeutung aufweisen als ein Laut, welcher kurz ausgesprochen wird („o“ vs. „oo“). Eine praktische und effiziente Möglichkeit, Japanisch zu lernen, stellt das Angebot von Preply dar, da es hier die Möglichkeit gibt mit dem Lehrer direkt zu kommunizieren.

Die japanische Grammatik
Mit nur ein paar grammatikalischen Grundregeln lernen Sie Japanisch und können eigene Sätze bilden. Die japanische Grammatik ist einfach und flexibel, so dass es einfach ist, Wörter sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Einige Grundregeln:

– Das Subjekt wird nur optional verwendet, es kann auch weggelassen werden.
– Das Prädikat steht stets am Satzende.
– Substantive weisen kein Geschlecht auf.
– Verben ändern sich nicht mit dem Geschlecht des Subjekts (er / sie / es). Sie ändern sich auch nicht nach der Anzahl des Subjekts (Singular / Plural, wie ich / wir oder er / sie).
– Personalpronomen (ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie.) unterscheiden sich je nach Höflichkeit und Formalität in der jeweiligen Situation.

Die Variationen der Grundsounds
Japanische Zeichen können bestimmte Auszeichnungen enthalten, die darauf hindeuten, dass sie etwas anders als nach den Grundregeln üblich ausgesprochen werden. Manchmal ändern sie somit die Bedeutung des Wortes, welches sie bilden. Harte Konsonanten werden mit einem harten Anschlag zwischen zwei bestimmten Lauten ausgesprochen. Lang ausgesproche Vokallaute, die durch Halten des Vokallauts für einen zusätzlichen Zungenschlag ausgesprochen werden, unterscheiden sich von kurzen Tönen, die auf ein anderes Wort hinweisen.

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Die Struktur des japanischen Karrieresystems

In Europa hängt der Verlauf Ihrer Karriere in erster Linie von einigen ganz bestimmten Schlüsselwerten ab. Die beiden wichtigsten von ihnen sind der Grad der Spezialisierung deiner Fähigkeiten und die Leistung, die Sie bisher im jetzigen Unternehmen oder vorher schon gezeigt haben. In der Regel entwickeln Sie sich in einem einzigen Markt, wechseln von Job zu Job, entwickeln spezialisierte Fähigkeiten, um auf der Karriereleiter nach oben zu kommen, was fast immer automatisch mit einer Erhöhung deines Gehalts verbunden ist. Ihr Gehalt erhöht sich auch dann, wenn Sie über ganz besondere, hochspezialisierte Fähigkeiten verfügen (der Fachmann bezeichnet diese als Skill Set) und diese weiterentwickelst. Doch die Möglichkeiten, weiter aufzusteigen, werden immer kleiner, sobald Sie einen bestimmten Punkt auf der Karriereleiter erklommen haben. Andererseits ist Ihnen Ihr Job sicher, solange Sie produktiv sind. In Europa ist es relativ normal von Firma zu Firma und von Stelle zu Stelle zu wechseln, um jeweils genau die Stelle zu erhalten, für die Sie zu einem bestimmten Zeitpunkt qualifiziert sind.

Wie eine Statistik auf statista.com zeigt, durchlaufen mehr als die Hälfte aller Befragten Arbeitnehmer im Durchschnitt im Leben 1 bis 5 verschiedene Jobs. Anders gesagt verhält sich ein typischer westeuropäischer Arbeitnehmer recht wechselwillig, wenn es um die Anhänglichkeit zu Unternehmen geht. Überspitzt könnte man fast von einem nomadischen Verhalten sprechen. Im starken Kontrast zu dem typischen Karriereweg eines Arbeitnehmers in Europa steht der Karriereweg eines Arbeiters in Japan.

Philosophien der japanischen Arbeitswelt

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Es gibt ein paar Grundsätze und Philosophien, die die Karriere des typischen Japaners von derjenigen eines typischen Arbeitnehmers mit Bürojob in Europa unterscheiden:

1. Shuushinkoyou: dies ist die Lebensarbeitszeit im Sinne einer lebenslangen Beschäftigung. Ein angestellter Fachmann unterliegt dem shushinkoyouseido, dem lebenslangen Beschäftigungssystem.

2. Nenkoujyoretsu: Erfahrungswert abhängig von der Dienstzeit im Unternehmen. Das Gehalt ist abhängig vom Status des Einzelnen unter dem nenkoujyoretsuseido, der Seniorität.

3. Jinjiidou, die berufliche Position wechselt innerhalb des Unternehmens, allerdings entspricht es nicht notwendigerweise hundertprozentig den eigenen Fähigkeit oder den persönlichen Vorlieben des Einzelnen.

Nach der Schulausbildung und nach der Anstellung in einem Unternehmen wird von den Mitarbeitern erwartet, dass sie sich bis zur Pensionierung voll dem Unternehmen widmen. Es gilt das Motto: ein Leben, ein Arbeitgeber.

Die Voraussetzungen, um überhaupt in einem Unternehmen angestellt zu werden, sind in der Regel eine hervorragende Allgemeinbildung und der Besuch einer möglichst angesehenen Universität (wie beispielsweise der Universität von Tokio, der Universität von Keio oder der Universität von Kyoto). Frühzeitige Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen sind nicht unbedingt erforderlich, da das Unternehmen von sich aus automatisch im eigenen Interesse dafür sorgen wird, dass man als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter die für die berufliche Laufbahn erforderliche Ausbildung erhält. Der Ausgleich für diese Weiterbildungsmaßnahmen ist dafür ein etwas niedriges Einstiegsgehalt. Das anfänglich niedrigere Gehalt während der Einstiegsphase in den Beruf wird später in der Karriere allerdings nachgeholt. Im Gegensatz zum europäischen System, bei dem das Gehalt fast ausschließlich auf den Kennwerten Leistung und fachlicher Spezialisierung basiert, wird das japanische Gehalt im Laufe der Dienstzeit mit den Jahren im Unternehmen erhöht. In den letzten Jahren einer Karriere in einem japanischen Unternehmen ist der Wachstumsprozentsatz eines japanischen Gehalts tendenziell um einiges größer als es das entsprechende Gehalt in Europa wäre. Zusätzliche Vorteile werden den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch auf der Grundlage der Dienstzeit gewährt. Zum Beispiel wird dem Mitarbeiter nach dem Erreichen eines bestimmten Dienstalters eine kostenlose, vom Unternehmen bezahlte Unterkunft in der Nähe des Büros angeboten. Auf die Erweiterung der Allgemeinbildung und wird während der gesamten Karriere eines typischen japanischen Mitarbeiters besonderer Wert gelegt. Nur der Personalabteilung obliegt es, einzelne Mitarbeiter verschiedenen Abteilungen zuzuweisen, und oft hat die Position nicht viel mit der eigentlichen Ausbildung oder den aktuellen Fähigkeiten des Mitarbeiters zu tun. Doch am Ende ist der Mitarbeiter in der Lage, seine Fähigkeiten für sich und das Unternehmen gewinnbringend einzusetzen und das Unternehmen als großes Ganzes zu sehen. Dieses dem japanischen Arbeitsmarkt eigene Prinzip eignet sich großartig, um Mitarbeiter für in Führungsrollen zu fördern.

Beförderungen

Die Beförderung in einer höhere Position basiert fast ausschließlich auf der Dienstzeit. Die Leistung und die gezeigten Fähigkeiten auf der derzeitigen Position sind zweitrangig, wenn es um Aufstiegsmöglichkeiten für den einzelnen Mitarbeiter geht. Höhere Positionen werden normalerweise aus dem Personalbestand des Unternehmens besetzt. Daher ist es zwar möglich, aber nicht sinnvoll, ein Unternehmen zu verlassen, um bei einem anderen Unternehmen einzusteigen. Denn ein solcher Wechsel würde die Dienstjahre unwiederbringlich auf Null zurücksetzen. Das Gehalt würde stagnieren oder sogar geringer werden als in der vorherigen Position. Das Senioritätssystem bedingt systemimmanent, dass obere Positionen unabhängig von ihrer Produktivität und Qualifikation fast immer mit älteren Arbeitnehmern besetzt sind. Dadurch werden jüngere, besonders leistungsfähige Mitarbeiter in gewisser Weise benachteiligt, da sie hinter allen anderen sozusagen in der Schlange einreihen müssen, um in eine höhere Statusposition befördert zu werden. Allerdings bedingt das System auch, dass Kündigungen von Mitarbeitern so gut wie ausgeschlossen sind. Auf der anderen Seite fördert die japanische Karrierestruktur eine starke Loyalitätskultur innerhalb des Unternehmens. Wenn alle Mitarbeiter in einem Unternehmen diesem gegenüber extrem loyal sind und arbeiten können, ohne Angst haben zu müssen, entlassen zu werden, neigen die Menschen dazu, einander mehr zu vertrauen. Somit ist das japanische Karrieresystem fast vergleichbar mit einer Art Familie. Manche Verfechter des Systems sagen gar, es IST wie ein Teil einer zweiten (oder dritten) Familie.