Beruflich durchstarten: Die besten Weiterbildungen für Kaufleute

Kaufmännische Berufe bleiben beliebt. Sowohl bei weiblichen als auch bei männlichen Auszubildenden stehen Berufsausbildungen im kaufmännischen Bereich noch immer ganz oben auf der Wunschliste. Wie das Internetportal ausbildung.de berichtet, belegt die Ausbildung zur Kauffrau oder zum Kaufmann für Büromanagement Platz 1 der beliebtesten Ausbildungsberufe 2018. Rund 28.000 Ausbildungsplätze konnten in diesem Bereich besetzt werden. Auf Platz 2 folgt die Ausbildung zur Kauffrau oder zum Kaufmann im Einzelhandel. Hier konnten 2018 rund 25.000 freie Ausbildungsstellen besetzt werden.

Verwundern kann die Wahl vieler junger Erwachsener nicht, die sich nach dem Schulabschluss für eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich entscheiden. Immerhin gibt es eine große Auswahl an freien Ausbildungsplätzen in sehr breit aufgestellten und vielfältig spezialisierten Unternehmen. Darüber hinaus ist die Vergütung im Rahmen der Ausbildung mit durchschnittlich 750 Euro im ersten Ausbildungsjahr bis durchschnittlich 900 Euro im dritten Ausbildungsjahr durchaus attraktiv und nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung winkt meist entweder eine Übernahme im Ausbildungsbetrieb oder eine Karriereoption bei einen anderen interessanten Arbeitgeber.

Wer eine kaufmännische Ausbildung in der Tasche hat, ist für den Arbeitsmarkt attraktiv und muss meist nicht lange nach einer neuen Tätigkeit suchen. Außerdem ist mit dem Abschluss der eigentlichen Ausbildung noch längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Der kaufmännische Bereich ist ein Ausbildungsbereich mit vielen Karriereoptionen. Die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind vielfältig und bieten die Möglichkeit, sich auch nach der Ausbildung meist berufsbegleitend in verschiedenen Bereichen zu spezialisieren und sich damit völlig neue Aufgabenbereiche und Aufstiegsmöglichkeiten zu erschließen.

Den eigenen Weg finden: Auf in den Dschungel der Weiterbildungsmöglichkeiten

Vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten sind eine feine Sache, allerdings erleichtert eine große Bandbreite an Optionen nicht unbedingt die Entscheidung. Hier sind Kaufleute gefragt, die wissen, wohin sie ihr beruflicher Weg führen soll und in welchem Fachbereich sie ihre Stärken und damit ihre Zukunft sehen.

Grundsätzlich lässt sich eine kaufmännische Weiterbildung in die folgenden sieben Themenschwerpunkte einteilen:

  • Buchhaltung und Rechnungswesen
  • Betriebswirtschaftslehre (BWL)
  • Büro- und Office-Management
  • Einkauf und Logistik
  • Handel und Vertrieb
  • Gesundheitsmanagement
  • Immobilien

Für welchen Branchenschwerpunkt das eigene Kaufmannsherz schlägt, zeigt sich meist erst mit der ersten Praxiserfahrung. Aus diesem Grund ist die Voraussetzung für die meisten Weiterbildungen eine mehrjährige Berufserfahrung. So wird sichergestellt, dass Interessenten bereits ausreichende Einblicke in die Berufspraxis gewonnen haben, um sich für die passende Weiterbildungsmöglichkeit zu entscheiden und um die vermittelten Inhalte möglichst vollumfänglich für sich nutzen zu können. Auf der Suche nach der passenden Weiterbildungsoption kann das Tool Kaufmännische Weiterbildungsabschlüsse im Weiterbildungsguide der Stiftung Warentest wertvolle Anregungen bieten. Diese weiterbildenden Abschlüsse bringen Kaufleute richtig nach vorne

Diese weiterbildenden Abschlüsse bringen Kaufleute richtig nach vorne

Ganz gleich, für welche Branche oder welchen Fachbereich sich Kaufleute entscheiden, es gibt eine Reihe von weiterbildenden Abschlüssen, die die Karriere richtig ankurbeln können und die deshalb im Bereich Fort- und Weiterbildung besonders beliebt sind. Dies sind die Favoriten in den verschiedenen kaufmännischen Berufszweigen:

  1. Fachwirt mit Spezialisierung

Wer sich für eine Weiterbildung entscheidet, an deren Ende er sich Fachwirt in einem speziellen Gebiet nennen darf, hat es auf der Karriereleiter auf die nächste Stufe geschafft. Fachwirte sind das kaufmännische Pendant zum Meister in den handwerklichen Berufen. Mit dem Abschluss als Fachwirt können sich Menschen in kaufmännischen Berufen also mit einem geprüften Meister gleichstellen, sowohl fachlich als auch gehaltlich.

Die Weiterbildung zum Fachwirt eignet sich für Kaufleute, die in einem kleinen oder mittelständischen Unternehmen arbeiten und bereits einige Jahre Berufserfahrung sammeln konnten. Vor Beginn oder spätestens im Laufe der Weiterbildung ist es erforderlich, sich für einen bestimmten Wirtschaftszweig zu entscheiden und damit einer bisher möglicherweise sehr breit angelegten Berufsausbildung eine neue Richtung zu geben. Über 30 Bereiche stehen zur Verfügung, in denen eine Weiterbildung zum Fachwirt absolviert werden kann. Mit der Weiterbildung zum Fachwirt werden klare berufliche Weichen gestellt, die sich langfristig aber durchaus lohnen können. Fachwirte sind in der freien Wirtschaft äußerst beliebt und dürfen sich über viele interessante Arbeitgeber und attraktive Vertragskonditionen freuen, denn mit dem Abschluss als Fachwirt qualifizieren sich Kaufleute offiziell für die Übernahme von Fach- und Führungspositionen.

Eine Weiterbildung zum Fachwirt ist in der Regel berufsbegleitend oder in Vollzeit möglich. In Vollzeit kann die Weiterbildungsmaßnahme bereits nach 6 Monaten erfolgreich abgeschlossen werden. Berufsbegleitend müssen bis zu 24 Monate bis zum erfolgreichen Abschluss einkalkuliert werden. Es ist möglich, die Weiterbildung zum Fachwirt direkt über die IHK oder über eine private Weiterbildungseinrichtung in Anspruch zu nehmen.

  • Staatlich geprüfter Betriebswirt (m/w)

Durch eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt (m/w) qualifizieren sich Kaufleute für den höchsten Berufsabschluss, der nicht akademischer Natur ist und erreichen damit die höchste Stufe der nicht akademischen Karriereleiter.

Aufgrund der hohen Qualifikation, die sie mit dieser Weiterbildung erreichen, müssen Interessenten nicht nur über eine erfolgreich abgeschlossene kaufmännische Ausbildung verfügen, sondern auch mindestens ein Jahr Berufserfahrung vorzuweisen haben. Im Rahmen dieser Weiterbildung werden nicht nur breit gefächerte, sondern auch tiefgreifende weiterführende Wissensinhalte vermittelt. Deshalb muss eine Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren in Vollzeit einkalkuliert werden. Soll die Weiterbildung in Teilzeit und berufsbegleitend absolviert werden, sind mindestens drei Jahre zu veranschlagen. Am Ende dieser Zeit stehen nicht nur mindestens drei schriftliche Prüfungen vor einem staatlich anerkannten Prüfungsausschuss, sondern auch eine umfangreiche Projektarbeit, die die tiefgreifende Kenntnis, die im Rahmen der Weiterbildung erlangt wurde, unter Beweis gestellt wird.

Dafür können Absolventen sich als staatlich geprüfter Betriebswirt (m/w) ein äußert breites Einsatzgebiet aneignen. Sie müssen sich nämlich nicht auf eine Branche oder einen Wirtschaftszwei spezialisieren, sondern lediglich auf einen betriebswirtschaftlichen Teilbereich. Typische Teilbereiche sind zum Beispiel Vertrieb und Marketing, Absatzwirtschaft oder Logistik. Staatlich geprüfte Betriebswirte können sehr breit eingesetzt werden und sind deshalb auf dem Arbeitsmarkt und in der freien Wirtschaft äußert beliebt. Außerdem ist dieser berufsqualifizierende Abschluss ein hervorragender Einstieg in den akademischen Bereich, wenn beispielsweise ein betriebswirtschaftliches Studium angeschlossen werden soll.

  • Fachkaufmann / Fachkauffrau

Fachkaufleute qualifizieren sich ebenfalls für Führungspositionen, ähnlich dem Fachwirt. Sie müssen sich im Rahmen der Weiterbildung allerdings nicht für eine Branche oder einen Wirtschaftszweig entscheiden, sondern für eine Funktion innerhalb eines Betriebes. Typische Funktionen sind das Personalwesen, die Buchhaltung, das Office-Management oder das Accounting. So ist es nach der Weiterbildung möglich, in vielfältigen Branchen eingesetzt zu werden. Bei der Arbeitsplatzsuche kann dies von großem Vorteil sein.

Eine Weiterbildung zum Fachkaufmann oder zur Fachkauffrau kann in Vollzeit oder berufsbegleitend in Teilzeit absolviert werden. In Vollzeit kann der Abschluss innerhalb von 6 Monaten erreicht werden. In Teilzeit ist ein zeitlicher Rahmen von bis zu 24 Monaten möglich. Nach einer staatlich anerkannten Abschlussprüfung vor der IHK sind Fachkaufmänner oder Fachkauffrauen dazu qualifiziert, in ihrem jeweiligen Bereich eine Führungsposition zu übernehmen, zum Beispiel als Abteilungsleiter.

Besonders interessant ist die Weiterbildung zum Fachkaufmann oder zur Fachkauffrau in der Bilanzbuchhaltung. Darauf aufbauend kann nämlich eine Qualifikation zum Steuerberater oder zur Steuerberaterin erworben werden, die in diesem Sektor die höchste Stufe der Karriereleiter bedeutet.

  • Industriemeister / Industriemeisterin

Eine Weiterbildung zum Industriemeister oder zur Industriemeisterin bringt eine Spezialisierung auf die Industrie als Tätigkeitsbereich mit sich.

Die Weiterbildung kann in Vollzeit oder berufsbegleitend in Teilzeit absolviert werden. Wer sich in Vollzeit auf die Weiterbildung konzentrieren möchte, kann den Abschluss nach 6 bis 12 Monaten in der Tasche haben. In Teilzeit kann die Weiterbildung berufsbegleitend absolviert werden, umfasst dann aber bis zu zwei Jahre. Industriemeister und Industriemeisterinnen übernehmen Führungspositionen im Bereich Produktion in Großbetrieben. Zu ihrem Verantwortlichkeitsbereich gehören sowohl Produktionsabläufe als auch Mitarbeiterführung.

Typische Positionen für einen Industriemeister oder eine Industriemeisterin liegen im Führungsbereich. Sie können sowohl als Abteilungsleiter als auch als Ausbilder eingesetzt werden.

Bildquelle:

Abbildung 1: @ FotografieLink (CCO-Lizenz) / pixabay.com