Die besten Strategien zum Vokabel lernen

Fremdsprachen sind heutzutage sehr wichtig. In einer globalisierten Welt sind viele Unternehmen international tätig, die Angestellten müssen mit Geschäftspartnern im Ausland kommunizieren, Dokumente in Fremdsprachen lesen oder auf Geschäftsreisen die eigene Firma im Ausland repräsentieren. Für diese Fälle ist eine Kenntnis von Fremdsprachen unumgänglich.

In Deutschland lernen die meisten Schüler (ca. 95%) Englisch in den allgemeinen Bildungsgängen. Französisch lernt nur ungefähr jeder vierte Schüler während der Schulzeit in Deutschland. Während des Sprachenlernens kommt den Vokabeln eine herausragende Bedeutung zu. Denn ganz gleich, wie sicher man grammatische Strukturen beherrscht oder Ausnahmeregeln kennt: Ohne ein umfangreiches Vokabular ist es kaum möglich, zielgerichtet zu kommunizieren.

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Was für ein Lerntyp sind Sie?

Bevor Sie sich mit der Frage auseinandersetzen können, welche Lernstrategie die erfolgsversprechendste ist, sollten Sie sich vergegenwärtigen, welcher Lerntyp Sie sind.
In der Pädagogik werden grundsätzlich vier Hauptlerntypen unterschieden: der visuelle Lerntyp, der mit Hilfe des eigenen Sehsinns am besten lernt, der auditive Lerntyp, der sich neue Dinge am besten durch das Hören merken kann, der haptische Lerntyp, der neue Dinge am besten selbst ausprobiert und wenn möglich anfassen möchte und schließlich der kommunikative Lerntyp, der sich neue Zusammenhänge dann am besten aneignet, wenn er diese im Gespräch und Austausch mit anderen erfährt.

Sie können im Internet zahlreiche Tests nutzen, um herauszufinden, welchem Lerntyp Sie angehören. Allerdings sind diese meist oberflächlich. Dennoch sollten Sie diese Zeit investieren, wenn Sie sich nicht sicher sind, zu welchem Lerntyp Sie gehören.

Welche Materialien benötigen Sie?

Aus diesen ersten Vorüberlegungen ergeben sich weitere Gedankengänge: Welche Materialien benötigen Sie, um effektiv Vokabeln lernen zu können? Folgende Materialien könnten sinnvoll sein: Vokabelhefte, Wörterbücher- und/oder Schulbücher, Karteikarten oder auch Apps.

Welche Dinge Sie konkret benötigen, können Sie erst entscheiden, wenn Sie wissen, wie Sie die Vokabeln lernen wollen.

Lernen mit Technik

Das Internet ist ein Begleiter, der auch das Vokabellernen erleichtern kann. So gibt es zahlreiche Internetseiten, auf denen Vokabeln aufgeführt werden und Sie diese nach dem Lernen auch in kurzen Tests anwenden müssen. Eine solche Methode ist durchaus hilfreich, weil Sie eine schnelle Rückmeldung bekommen.

Empfehlenswert sind auch Vokabeltrainer Apps, Beispiel die App phase6, die unter phase-6 erhältlich ist. Die App hat den großen Vorteil, dass sie die Vokabellisten von zahlreichen Lehrwerken bündelt und zur Verfügung stellt. So müssen Sie nicht verschiedene Bücher kaufen, sondern können direkt und jederzeit per App auf die in den Büchern neu eingeführten und aufgelisteten Vokabeln zugreifen.

Welche Strategien gibt es?

Nun können Sie mit dem Vokabellernen anfangen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie Sie die Vokabeln effektiv lernen können.

1. Karteikarten
Eine sehr einfache, aber effektive Methode, die von vielen Sprachenlernern bevorzugt wird. Bei dieser Methode schreiben Sie das zu lernende Wort und seine Übersetzung auf die Vorder- und Rückseite einer Karteikarte (am besten im DIN A7-Format). Beim Schreiben lernen Sie auch die Schreibung des Wortes. Nun können Sie die aufgeschriebenen Wörter leicht lernen; das geht sowohl alleine als auch mit Hilfe eines Lernpartners.

Im Laufe der Zeit werden Sie durch diese Methode eine eigene Lernkartei aufbauen. Dazu eignet sich eine kleine Kiste. Vokabeln, die Sie sich gut merken können und sicher beherrschen, können dabei in ein eigenes Fach der Kiste einsortiert werden, während Wörter, die Ihnen Probleme bereiten, ebenfalls sondiert aufbewahrt werden. Durch diese Methoden können Sie sicherstellen, dass Sie die schwierigen und die leichten Wörter trennen und dadurch gezielt lernen können.

2. Klebezettel
Diese Lernmethode unterstützt vor allem die optischen und haptischen Lerntypen. Hierbei schreiben Sie die zu lernenden Wörter und deren Übersetzung auf einen Klebezettel und platzieren ihn dort, wo er auch hinpasst. So könnten Sie beispielsweise das englische Wort „wardrobe“ auf den Kleiderschrank kleben – denn genau das bedeutet dieses Wort.

Somit können Sie gleich sehen, was ein bestimmtes Wort bedeutet. Natürlich ist dies nicht mit jedem Wort, das Sie lernen möchten, möglich. Aber wenn Sie die Klebezettel da platzieren, wo Sie oft vorbeikommen oder hinschauen, können Sie sich dabei im Laufe der Zeit auch leicht Vokabeln einprägen.

3. Anwenden
Wohl die effektivste Methode ist das Anwenden der neu gelernten Wörter. Die Anwendung kann auf unterschiedliche Art und Weise geschehen. Entweder sprechen Sie sich ganze Sätze vor, in denen die neuen Wörter enthalten sind. Oder Sie schreiben diese Sätze auf. Möglicherweise können Sie die Wörter auch in einem zusammenhängenden Text einsetzen. Oder Sie haben die Möglichkeit, ein Gespräch mit einem anderen Lernenden oder sogar einem Muttersprachler zu führen, in dessen Verlauf Sie die neuen Vokabeln anwenden.

Die Anwendung von Vokabeln ist elementar wichtig, da viele Wörter nur so im Langzeitgedächtnis haften bleiben.

4. Wortnetze, Mindmaps, Wortgruppen
Diese Methode spricht in erster Linie den optischen Lerntyp an. Viele Lehrwerke haben das Problem, dass sie die Vokabeln nicht systematisch, sondern situationsbezogen einsetzen. Dadurch ist die Reihenfolge der zu lernenden Vokabeln konfus.
Dieses Problem kann man durch das Erstellen von Vokabelsystematiken umgehen. So kann man beispielsweise alle gelernten Vokabeln zu einem bestimmten Thema (z.B. Arbeit, Einkauf, Tiere o.Ä.) aufschreiben und miteinander in Verbindung bringen. So können Sie beispielsweise eine Mindmap zum Thema „company“ (Firma) anfertigen, in der Sie beispielsweise die Personen in einer Firma oder die Räumlichkeiten unterbringen und diese dann immer weiter spezifizieren.

5. Verbildlichungen
Ein geläufiges Sprichwort lautet, dass Bilder mehr zählen als 1000 Worte. Auch beim Vokabellernen ist diese Weisheit relevant. Denn wenn man neben den Wörtern und ihren Übersetzungen auch passende Bilder zur Illustration parat hat, ist es leichter sich Wörter einzuprägen. Diese Methode kann sogar noch effizienter sein, wenn Sie ungewöhnliche Bilder verwenden, die Sie zum Beispiel zum Lachen bringen.

6. Eselsbrücken
Wie Sie Eselsbrücken bauen, ist Ihnen überlassen – jeder Mensch tut dies auf unterschiedliche Art und Weise. Eselsbrücken sind allerdings eine effektive Methode, wenn es um das Lernen neuer Vokabeln geht. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt: Möglicherweise erinnert Sie der Klang eines Wortes an ein deutsches Wort oder an ein bestimmtes Bild oder Ereignis, das Sie dabei vor Augen haben. Möglicherweise kennen Sie einen Song- oder einen Filmtitel, der ein entsprechend neues Wort enthält. Die Melodie oder die Erinnerung an eine bestimmte Szene kann Ihnen dabei helfen, sich das Wort zu merken.

Gedächtniskünstler arbeiten ebenfalls häufig mit Bildern oder Eselsbrücken, wenn sie sich (viele) Dinge merken müssen. Daher sollten Sie diese Methode beim Lernen von Vokabeln auch nutzen, um dabei erfolgreich zu sein.

7. Audioaufnahmen
Diese Methode spricht den auditiven Lerntyp an. Viele Lehrwerke besitzen Audio-Begleitmaterial, das Sie nutzen können. So können Sie beispielsweise auf der Weg zur Arbeit über Ihren Kopfhörer Vokabeln lernen. Dabei lernen Sie auch gleich die korrekte Aussprache der neuen Wörter.

Wenig geeignete Methoden

Natürlich gibt es auch Methoden, die zwar praktikabel, aber wenig zielführend sind.
So ist beispielsweise die Methode, Vokabeln im aufgedeckten Lehrwerk dadurch zu lernen, dass eine Seite abgedeckt wird und dann die Vokabeln von oben nach unten übersetzt werden, zwar gängig, aber nicht effektiv. Denn in diesem Falle merkt sich das Gehirn nicht unbedingt die richtigen Übersetzungen und Wortpaare, sondern die Reihenfolge der Wörter – und falls diese verändert wird, zeigen sich die Nachteile dieser Lernmethode.

Ein weiterer Fehler, der beim Lernen von Vokabeln oft gemacht wird, ist die Denkweise, dass das stetige Wiederholen bestimmter Wörter garantiert zum Erfolg führt. Getreu dem Motto „Viel hilft viel“ meinen Lernende, dass sie sich ein schwieriges Wort dann merken können, wenn sie es wieder und wieder aufsagen und dadurch wiederholen. Meist ist jedoch das Gegenteil der Fall und das Wort ist bereits am nächsten Tag wieder vergessen.

Fazit

Wie Sie Vokabeln lernen, bleibt Ihnen überlassen. Probieren Sie verschiedene Strategien aus und nutzen Sie die, mit deren Hilfe Sie die Vokabeln am besten behalten können. Dabei können Sie auch vorgeschlagene Methoden verändern oder kombinieren. Am Ende ist nur wichtig, dass Sie durch Ihre individuelle Lernmethode Vokabeln effektiv und ohne Frusterlebnisse lernen können.