Durch eine korrekte Körperhaltung beruflich punkten

Überall im Berufsleben gewinnen Soft Skills immer mehr an Bedeutung. Es reicht längst nicht mehr aus, über ein aktuelles und hohes Fachwissen zu verfügen. Man muss es auch präsentieren können, um andere vom Gesagten zu überzeugen. Schließlich ist die Konkurrenz in den meisten Unternehmen hoch. Ein wichtiges Thema bei der Präsentation ist die Körperhaltung.

© contrastwerkstatt - Fotolia
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Definition der Körperhaltung

Der Begriff Körperhaltung lässt sich mit der aktuellen Positionierung des Haltungsapparats übersetzen. Hierzu zählt insbesondere die Wirbelsäule. Doch auch die angrenzenden Bereiche wie die Schultern und Arme, das Becken, die Beine und Füße dürfen nicht außer Acht bleiben, wenn es um die Körperhaltung des Menschen geht.

Die Ergonomie beim Stehen und Sitzen sowie das Gangbild lassen ein Gesamtbild entstehen, das nicht nur etwas über die physikalischen Gegebenheiten des Zusammenspiels von Bändern, Sehnen und Knochen aussagt, sondern auch viel über die psychische Verfassung und den Charakter des Individuums verrät. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass Vorgesetzte oder Personalchefs die Körperhaltung ihres Gegenübers genau in Augenschein nehmen. Auf diese Weise ziehen sie Rückschlüsse auf die Arbeitsweise und das Verhalten des Angestellten beziehungsweise des Bewerbers.

Je mehr Verantwortung im Beruf, desto wichtiger die Körperhaltung

In den unteren Ebenen des Unternehmens mag die Körperhaltung nicht allzu entscheidend für den Umgang miteinander sein. Wer sich im Beruf hingegen durchsetzen will, darf nicht nur mit Worten argumentieren. Mindestens so wichtig sind Soft Skills, die gezielt bei Präsentationen, Verhandlungen oder Bewerbungsgesprächen eingesetzt werden. Insbesondere die Körperhaltung gibt Aufschluss darüber, ob jemand sich durchsetzen kann.

Wie überlebenswichtig sie sein kann, lässt sich am Beispiel vieler Wildtierarten belegen. Drohgebärden verjagen Eindringlinge. Devote Körperhaltungen können Streitigkeiten beilegen. Nur derjenige wird ein Rudel führen können, der ein bestimmtes und gelassenes Auftreten besitzt.

Ähnlich läuft der Alltag innerhalb eines Unternehmens ab. Die verbale Kommunikation ist ebenso wichtig wie die nonverbale. Je höher die berufliche Position innerhalb eines Unternehmens ist, desto wichtiger ist es, Soft Skills richtig einzusetzen. Ansonsten kann man weder überzeugen noch Mitarbeiter führen. Die Anwendung von Soft Skills lässt sich übrigens erlernen. Insofern kann jeder Mensch seine Ausstrahlung verbessern.

Die Wirkung der Körperhaltung

Um Soft Skills und insbesondere die Körperhaltung richtig einsetzen zu können, muss man allerdings ihre Wirkung kennen. Wer sich an positiven Beispielen orientieren möchte, sollte anerkannte Politiker während einer Rede genau beobachten und versuchen, sie detailgetreu zu imitieren.

Ebenso, wie es für das Verhalten Benimm-Regeln gibt, existieren Grundsätze, die für eine gute oder eine schlechte Körperhaltung sprechen. Wer sie kennt und sich an die positiven Aspekte hält, dürfte bei der nächsten Präsentation, in der Verhandlung oder im Vorstellungsgespräch punkten.

Eine korrekte Körperhaltung schon beim Betreten eines Raumes wichtig

Den ersten Eindruck von einer Person erhält der Gesprächspartner bereits, wenn sein Gegenüber den Raum betritt. Daher ist es wichtig, bereits vor der Tür die Körperhaltung zu überprüfen. Ein gerader Rücken spiegelt Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein. Hängende Schultern, der auf die Schuhspitzen gerichtete Blick, ein runder Rücken, die eingesunkene Brustmuskulatur, eine schlaffe Bauchmuskulatur und eingeknickte beziehungsweise allzu steife Knie sind demnach möglichst zu vermeiden.

Es lohnt sich, die eigene Haltung regelmäßig vor einem großen Spiegel zu kontrollieren und gegebenenfalls zu verbessern. Dennoch ist beim Einüben der korrekten Position Fingerspitzengefühl erforderlich. Wer allzu gerade steht, wirkt steif. Wer das Kinn nach vorn und oben schiebt, kann als überheblich eingestuft werden. Das ideale Maß an Anspannung und Entspannung lässt sich oft nur durch ein gezieltes Training erlernen.

Die ideale Körperhaltung erlernen

Grundsätzlich haben die Ergonomie und die korrekte Körperhaltung beim Präsentieren viel gemein. Am wenigsten werden die Gelenke belastet, wenn der Körper eine gerade Position einnimmt, bei der die Last des Körpergewichts auf alle Muskelgruppen gleichmäßig verteilt werden. Die Beine stehen dabei leicht auseinander, die Knie sind unmerklich eingeknickt.

Der Kopf nimmt dann die ideale Position ein, wenn er gerade gehalten und das Kinn ganz leicht in die Richtung des Brustkorbs gesenkt wird. Dies vermeidet im übrigen auch Verspannungen, die zu Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen führen könnten.

Die Schultern werden angespannt, indem sie in die Richtung der Wirbelsäule und leicht nach unten gezogen werden. Dabei spannt der Körper die Brustmuskulatur an. Dies wiederum führt zu einer verbesserten Atmung, die eine Voraussetzung zum entspannten Auftreten ist.

Wird das Schambein zum Bauchnabel gezogen, aktiviert man die unteren Bauchmuskeln. Gleichzeitig entspannt die Lendenwirbelsäule, da das Hohlkreuz vermieden wird. Die Beckenknochen kippen dabei leicht nach vorn.

Die Knie sollten nicht zu stark durchgedrückt werden, da sich ansonsten die Oberschenkelmuskeln verkrampfen. Das geringfügige Einknicken in den Beinen ist unter der Businesshose oder dem -rock von Außenstehenden nicht zu erkennen.

Die Füße stehen parallel zueinander. Das macht nicht nur optisch einen besseren Eindruck, sondern vermeidet Fehlbelastungen.

Wenn es um die korrekte Körperhaltung geht, ist eine der wichtigsten Fragen, wo man die Arme und Hände lässt. In die Hosen- und Jackentaschen gehören sie auf jeden Fall nicht! Wer dazu neigt, beim Reden in dieselben zu fassen und vorhandene Gegenstände zwischen den Fingern zu bewegen, leert die Taschen bestenfalls vor dem Termin aus.

Die Arme während des gesamten Gesprächs neben dem Körper zu halten, wäre ebenfalls unangebracht. Dann nämlich wirkt man unsicher und ängstlich. Passen das Gesagte und das Erscheinungsbild nicht zueinander, wirkt der Vortrag unglaubhaft. Daher sollten die Arme locker vor dem Körper gehalten werden. Das funktioniert am einfachsten, wenn man einen Kugelschreiber in den Händen hält. Wer geübt ist, verzichtet selbstverständlich auf diesen.

Gezielt eingesetzte Handbewegungen sollten die Rede unterstreichen und die Aufmerksamkeit der Zuhörer erzielen. Ein wildes Gestikulieren ist allerdings nicht empfehlenswert. Das ließe den Vortragenden unkonzentriert erscheinen.

Die Körperhaltung ist im übrigen nicht nur während der Präsentation zu bewahren. Gehen lassen darf man sich erst, wenn man den Raum verlassen hat.

Tipps zum Erlernen einer guten Körperhaltung

Eine gleichmäßig trainierte Muskulatur ist der beste Garant für eine gute Körperhaltung. Besonders wichtig ist die Schulung des Rückens. Sogenannte Rückenschulen werden beim Physiotherapeuten angeboten. Auch das ergonomische Verhalten im Alltag trägt zur Verbesserung der Körperhaltung bei.

Checkliste für die ideale Körperhaltung

  • Soft Skills eine ebenso große Bedeutung wie dem Fachwissen beimessen
  • Körperhaltung vor dem Spiegel überprüfen
  • an der korrekten Körperhaltung arbeiten
  • ergonomische Aspekte dabei beachten
  • vom Kopf bis zu den Füßen auf Details achten
  • Muskulatur ganzheitlich trainieren
  • gegebenenfalls Rückenschule besuchen

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