Ein Ausblick auf die Mindestlöhne ab dem Jahr 2014

Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de

Der gesetzliche Mindestlohn ist seit langer Zeit ein brisantes Thema. Umso mehr natürlich im Jahr der Bundestagswahl. Während das oppositionelle Lager rund um SPD, Grüne und DIE LINKE einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn fordert, sprechen die Regierungsparteien Union und FDP lieber von einer sogenannten Lohnuntergrenze – gemeint ist letztendlich das Gleiche.

Dabei gibt es heutzutage schon viele Branchen, die sich längst auf einen Mindestlohn verständigt haben. Jüngst hat sogar die Friseurbranche einen Mindestlohn beschlossen. So steigen die Gehälter in drei Stufen bis zum Jahr 2015 auf einheitlich 8,50 Euro. Der Startschuss dafür fällt bereits diesen August. Die alten Bundesländer beginnen bei 7,50 Euro, die Kollegen aus Ostdeutschland müssen sich vorerst mit 6,50 Euro zufrieden geben. Die Angleichung lässt noch auf sich warten, was den hiesigen unterschiedlichen Tarifverträgen geschuldet ist.Auch die mehr als 550.000 Gebäudereiniger in Deutschland dürfen sich auf ein Lohnplus im nächsten Jahr freuen. So steigt der Mindestlohn ab 01. Januar 2014 für die Innenreinigung von 9 Euro auf 9,31 Euro pro Stunde. Im Osten werden dann 7,96 Euro statt 7,56 Euro bezahlt. Eine einheitliche Bezahlung lässt vermutlich noch bis zum Jahr 2019 auf sich warten – die erst noch einzusetzende Arbeitsgruppe müsse dazu ab Herbst erst einen Fahrplan ausarbeiten.Die Dachdecker bekommen ab 2014 ebenfalls mehr Geld. Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks und die IG Bau haben eine Erhöhung des Mindestlohns beschlossen. So steigt das Gehalt bundesweit um 35 Cent die Stunde – von 11,20 Euro auf 11,55 Euro. Damit auch alle Betriebe des Dachdeckerhandwerks von der Erhöhung profitieren, muss die Bundesregierung den Mindestlohn noch für allgemein verbindlich erklären.Einen Anstieg auf 13 Euro in den alten Bundesländern inklusive Berlin und 11,65 Euro in Ostdeutschland darf die Aus- und Weiterbildungsbranche erwarten. Die bereits im Juli 2012 vereinbarte Lohnuntergrenze wird somit stufenweise bis zum Jahr 2015 erhöht.Ob der gesetzliche Mindestlohn 2014 flächendeckend eingeführt wird, ist noch nicht abzusehen. Die Wahlprogramme der politischen Parteien lassen jedenfalls den Schluss zu, dass einer einheitlichen Regelung nichts mehr entgegensteht. Gestritten wird letztendlich nur noch über die Höhe – und über die Bezeichnung.

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