Fortbildung oder Weiterbildung – wo ist der Unterschied?

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Lebenslanges Lernen ist heute für jeden zur persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung unverzichtbar und so spielen Fort- und Weiterbildungen eine große Rolle. Dies bestätigt auch eine aktuelle Studie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF): Im Jahr 2012 haben 49 Prozent der Bevölkerung im erwerbstätigen Alter an einer Weiterbildungsveranstaltung teilgenommen.
Die beiden Begriffe Fortbildung und Weiterbildung werden nicht einheitlich und teilweise synonym verwendet und wandeln sich auch im Laufe der Zeit. So wird z.B. im Sozialgesetzbuch III nun von „Weiterbildung“ gesprochen, während der gleiche Sachverhalt früher als Fortbildung bezeichnet wurde.

Weiterbildung wird heute als die Fortsetzung jeder Art des Lernens nach Abschluss einer ersten Bildungsphase in der Jugend verstanden und dient damit als Oberbegriff für sehr verschiedene Lernformen bei denen Erwachsene ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und vorhandenen Qualifikationen erweitern oder neu begründen. Unterschieden wird dabei zwischen

  • Allgemeiner Weiterbildung (nicht direkt berufsbezogen, z.B. Sprachoder Rhetorikkurse) und
  • Beruflicher Weiterbildung (zur Festigung oder Vervollständigung beruflicher Kenntnisse).

Fortbildungen hingegen sind ein Teil der beruflichen Weiterbildung. Nach § 1 Abs. 4 Berufsbildungsgesetzes (BBiG) soll die berufliche Fortbildung es ermöglichen, die berufliche Handlungsfähigkeit zu erhalten und anzupassen oder zu erweitern und beruflich aufzusteigen. Dementsprechend wird dann noch differenziert zwischen:

  • Anpassungsfortbildung (oft in den Betrieben selbst durchgeführt, z.B. Schulung zu neuer Software oder neuen Maschinen)
  • Aufstiegsfortbildung (i. d. R. mit einem höherqualifizierenden Abschluss, z. B. Fachwirt- oder Meistertitel, verbunden) und
  • Umschulung (Qualifizierung für einen anderen Beruf).

Weiterbildung umfasst also die Fortbildung zur Betriebswirtin genauso wie Sprachunterricht oder einen Kurs in Aquarellmalerei. Weiterbildung findet auch nicht nur in formalisierten Arten wie Handelskammer- oder Volkshochschulkursen statt, sondern auch informell, etwa durch selbst organisiertes Lernen oder die Teilnahme an Kongressen und Fachtagungen.

 

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