Kündigung bei eigenmächtigen Urlaubsantritt

Uwe Schlick  / pixelio.de
Uwe Schlick / pixelio.de

Arbeitnehmer benötigen Erholungszeiten, in denen sie sich regenerieren können. Ansonsten leiden ihre Gesundheit und die Arbeitsleistung. Wie lange sie sich pro Jahr eine Auszeit nehmen können, regeln gesetzliche und tarifliche Bestimmungen sowie der Arbeitsvertrag. Gar nicht so selten passiert es, dass die betrieblichen Belange und die Bedürfnisse der Arbeitnehmer nicht in Einklang zu bringen sind. Einige der Mitarbeiter nehmen sich eigenmächtig frei. Diese Vorgehensweise birgt Risiken.

Rechte und Pflichten im Arbeitsverhältnis berücksichtigen

Im Arbeitsverhältnis stehen sich zwei Parteien gegenüber. Das sind der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer. Beiden Seiten stehen Rechte zu, allerdings haben beide Vertragspartner auch Pflichten zu erfüllen. Der Arbeitgeber beispielsweise ist verpflichtet, dem Arbeitnehmer einen Urlaubsanspruch zu gewähren, wobei dieser auf die Bedürfnisse des Arbeitnehmers abgestimmt sein sollte. Doch nicht immer erlauben dies die betrieblichen Erfordernisse. Unplanmäßige Auftragsfluten, Krankheitsausfälle durch Mitarbeiter oder andere Aspekte können die Betriebsabläufe durcheinanderbringen.

Dem Arbeitnehmer hingegen steht ein Urlaubsanspruch zu, wobei er seine Wünsche frei äußern darf. Allerdings muss er Ausnahmen in Kauf nehmen. Zu diesen zählen beispielsweise dringende betriebliche Belange oder Überschneidungen mit den Urlaubswünschen anderer Mitarbeiter. Lassen sich Probleme dieser Art nicht anders lösen, wird der Arbeitnehmer seinen Urlaub verschieben müssen.

Eigenmächtiger Urlaubsantritt hat Folgen

Einige Arbeitnehmer akzeptieren die Forderung ihres Vorgesetzten nicht und treten den Urlaub eigenmächtig an. Dies bleibt nicht ohne Folgen. Denn das Recht auf einen eigenmächtigen Urlaubsantritt besteht gesetzlich nicht. Vielmehr handelt es sich um einen Verstoß gegen die Arbeitspflicht und somit gegen die Abmachungen des Arbeitsvertrags. Das Bundesarbeitsgericht spricht sogar von einer Arbeitsverweigerung. Der Arbeitnehmer muss mit einer Kündigung durch den Arbeitgeber rechnen. Diese kann sogar fristlos erfolgen.

Nicht ganz einig sind sich die Arbeitsgerichte in der Frage, ob zuvor eine Abmahnung erfolgt sein muss beziehungsweise ob es sich um ein einmaliges Vergehen handeln kann. Auf der sicheren Seite ist, wer seinen Urlaub nicht eigenmächtig antritt.

(Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Kein Anspruch auf Vollständigkeit!)

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