Mitarbeiter finden und binden – mithilfe von Zusatzleistungen

Die Corona-Krise beherrscht seit mehr als sechs Monaten die Schlagzeilen und setzt der deutschen Volkswirtschaft schwer zu. Dabei gibt es ein Problem, das bereits vor den ersten Infektionen in Bayern fast pandemische Ausmaße angenommen hat: den Fachkräftemangel.

Unternehmen rüsten deshalb nach, wenn es um Zusatzleistungen für ihre Belegschaft und Neuzugänge geht. Nur so können sie im immer schärferen Wettbewerb um High Potentials mithalten.

Qualifizierte Mitarbeiter sind Mangelware – ein nachhaltiges Problem

Durch die Auswirkungen der Corona-Krise mit ihren Shutdowns ist das Problem in der öffentlichen Wahrnehmung etwas in den Hintergrund gerückt, aber nicht verschwunden: Deutschland gehen die Fachkräfte aus. Laut einer Untersuchung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat der Fachkräftemangel bereits weite Teile der Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen. Der Zeitraum vom Schalten einer Stellenanzeige bis zur Einstellung einer geeigneten Fachkraft hat sich seit 2010 mehr als verdoppelt. Besonders betroffen sind die IT-Branche, das Baugewerbe, die Pflege sowie das Ärztewesen.

Mitarbeiterbindung als Gegenmaßnahme  

Heutzutage sind ein Firmenwagen oder die Aussicht auf eine goldene Uhr zum Renteneintritt keine wirklichen Argumente mehr, um bei einer Firma anzuheuern oder zu bleiben. An ihre Stelle sind Zusatzleistungen zum Gehalt getreten, die weit über diese traditionellen Benefits hinausgehen und gerade jüngere Fachkräfte überzeugen sollen.

Sie dienen dem Employer Branding, der Eindämmung der Fluktuation innerhalb der Belegschaft und zur Motivation der Mitarbeiter. Die Möglichkeit für ein Sabbatical gehört ebenso dazu wie der vergünstigte Mittagstisch in der hauseigenen Kantine oder Gutscheine für die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio. Oft haben Unternehmen auch einen Feelgood-Manager engagiert, der interne Events organisiert oder das Onboarding neuer Kollegen in die Hand nimmt.    

Finanziell, karriereorientiert, sozial: beispielhafte Benefits

Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung sind vielfältig: Die Zusatzleistungen reichen von flexiblen Arbeitszeiten und der Home-Office-Option über die Nachwuchsbetreuung im betriebseigenen Kindergarten bis hin zur Möglichkeit, Teilhaber des Unternehmens zu werden. So bietet die Siemens AG ihren Mitarbeitern ein besonderes Share-Matching-Programm an. Mitarbeiter des Konzerns erhalten ab einer bestimmten Anzahl von gekauften Aktien weitere hinzu – kostenlos.

Andere Arbeitgeber setzen auf ein aufeinander abgestimmtes Maßnahmenpaket, um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Beim Finanzdienstleistungsunternehmen Swiss Life Select ist es eine Kombination aus Work-Life-Balance, einem transparenten Karriere- und Vergütungssystem sowie qualifizierten Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen.

Von diesen Benefits profitieren alle Mitarbeiter, Führungskräften ebenso wie Spezialisten oder Finanzberater. Außerdem bietet Swiss Life Select Interessenten die Möglichkeit, im Rahmen eines dualen Studiums praxisnahe Weiterbildungen zum Versicherungs- oder Finanzanlagenfachmann (IHK) zu absolvieren. Ein idealer Weg, um junge Akademiker früh ans Unternehmen zu binden.

Die Deutsche Telekom AG setzt als Arbeitgeber bei ihren Benefits den Schwerpunkt auf familiäre Themen: So bietet der Telekommunikationskonzern seinen Mitarbeitern an sieben Standorten insgesamt mehr als 500 Kitaplätze an, und für Schulkinder gibt es ein besonderes Ferienbetreuungsprogramm.

Auch beim Thema Pflege unterstützt das Unternehmen seine Arbeitnehmer: In Zusammenarbeit mit einem Kooperationspartner vermittelt die Telekom die Teilnahme an Pflege-Seminaren, zum Beispiel für die Pflege von demenzkranken Angehörigen. Der Konzern übernimmt dabei die Kosten für die Beratung und Vermittlung.

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