Niedriglohn und Rentenangst

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Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Anzahl der Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor von Jahr zu Jahr steigt. Doch wenig Geld zu verdienen ist nicht nur für die aktuelle Lebenssituation problematisch. Denn: Wer wenig verdient, baut wenig Rente auf und droht, im Alter weiter zu verarmen.

Niedrige Löhne nehmen zu
Als Niedriglohn werden Einkommen bezeichnet die zur Sicherung der Existenz nicht ausreichen. Derart niedrige Einkommen liegen in der Regel knapp über oder öfter sogar unter der Armutsgrenze. Betroffen sind zumeist vor allem Frauen und Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung, jedoch auch Teilzeitbeschäftigte und Angestellte von Zeitarbeitsfirmen. Außer mit zu wenig Einkommen haben die Betroffenen oft auch mit schlechten Arbeitsbedingungen und unzureichender Absicherung im Krankheitsfall zu kämpfen.
Angst vor der Rente
Ein sehr geringes Einkommen hat Auswirkungen auf die gesetzliche Rente, deren Beiträge abhängig von den Einkünften berechnet werden. Menschen mit einem Einkommen knapp über oder sogar unterhalb der Armutsgrenze haben kaum eine Möglichkeit, genügend Rente zu erarbeiten. Eine private Altersvorsorge, wie sie von Experten inzwischen als unumgänglich angesehen wird, ist für die von Niedriglöhnen Betroffenen gar nicht zu leisten. Auch zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) haben Geringverdiener kaum Zugang. Die bAV wird als eine der drei Säulen zur Sicherung des Lebensstandards im Alter angesehen, wird jedoch in Betrieben mit niedrigen Löhnen kaum gezahlt. Hinzu kommt, dass die Betroffenen in Deutschland rund 4 Prozent weniger vom früheren Nettoverdienst bekommen, als Arbeitnehmer, deren Löhne und Gehälter mindestens dem Durchschnitt entsprechen. Die Angst vor der Rente und der drohenden Altersarmut nimmt darum stetig zu.
Mindestlöhne gegen Altersarmut
Die Einführung von Mindestlöhnen für alle Berufe und Branchen wird unter Politikern bereits lange als eine mögliche Lösung für das Problem diskutiert. Andere Ansätze sind Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit von Jugendlichen und Berufsanfängern und zur Stabilisierung von Beschäftigungsverhältnissen. Doch müssen auch Anreize und Möglichkeiten für Geringverdiener geschaffen werden, aus der problematischen Lohnsituation aus eigener Kraft aufzusteigen. Zu diesen Möglichkeiten gehört beispielsweise die Förderung der beruflichen Weiterbildung.

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