Ob beim Sport oder im Beruf – nur mit Teamfähigkeit können maximale Erfolge erzielt werden

© contrastwerkstatt - Fotolia.com
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Was wäre eine Fußballmannschaft ohne den letzten Mann vorm Tor? Oder ein Beachvolleyballteam ohne den zweiten Spieler? Genau: ein Team, das nicht vollständig und damit der gegnerischen Mannschaft gegenüber deutlich unterlegen ist. Denn beim Mannschaftssport kommt es auf jedes einzelne Teammitglied an, um das gemeinsame Ziel, nämlich den Sieg, zu erreichen.

Doch was im Sport so klar und selbstverständlich ist, gilt auch für die Berufswelt. Wie für Sportverein ist es auch für ein Unternehmen wichtig, dass seine Mitglieder, oder in dem Fall die Arbeitnehmer, an einem Strang ziehen und gemeinsam am Erreichen der Unternehmensziele arbeiten. Und deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass die Kompetenz zur Teamfähigkeit als Voraussetzung bei den Bewerbern in heutigen Stellenanzeigen nicht mehr wegzudenken ist.

Doch was ist eigentlich Teamfähigkeit?

Die so oft geforderte Kompetenz zur Teamfähigkeit ist eigentlich ein Oberbegriff für viele einzelne Eigenschaften, die ein Bewerber mitbringen sollte, um mit anderen Menschen effektiv und zielorientiert zusammen arbeiten zu können. Damit ein Team erfolgreich zusammenarbeiten kann, müssen so die einzelnen Mitglieder unter anderem kommunikativ, kompromissbereit, rücksichtsvoll gegenüber den anderen Teammitgliedern und anpassungsfähig sein.

Um Teamfähigkeit zu zeigen, müssen die Mitglieder aber ebenso kritikfähig, kooperativ und diszipliniert sein. Denn das gemeinsame Erreichen der gesetzten Ziele steht an oberster Stelle. Und dazu zählt eben nicht selten auch, gemeinsam Lösungen für aufkommende Konflikte zu finden.

Teamfähigkeit bedeutet aber eben auch, seine eigenen Bedürfnisse hintenan zu stellen und zu versuchen, mögliche Schwächen im Team oder entstandene Fehler, die nicht selbst verschuldet wurden, mit auszubügeln.

Teamfähigkeit wird für Arbeitgeber immer wichtiger

In immer mehr Branchen werden mittlerweile die veralteten Unternehmensstrukturen durch flache Hierarchien ersetzt. So setzen viele Unternehmen inzwischen auf kleinere Projektgruppen. Was bis dato von einer einzelnen Person aus der Chefetage delegiert wurde, wird nun gemeinschaftlich im Team erarbeitet und umgesetzt. Für Unternehmen, die auf diese neue Strukturen setzen, ist es allerdings essentiell, dass ihre Mitarbeiter ein hohes Maß an Teamfähigkeit zeigen. Denn nur, wenn die Gruppe zusammenarbeitet, kann diese ihre bestmöglichen Leistungen abrufen und maximale Ziele erreichen.

Zurück zu unserem Vergleich aus dem Sport: wenn hier beispielsweise der Stürmer 90 Minuten lang versucht allein zu agieren, sich die Bälle von der gegnerischen Mannschaft ohne Zusammenspiel mit dem Mittelfeld holt und dann noch versucht, im Alleingang alle Tore zu schießen, wird seine Mannschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit verlieren. Selbst wenn der Stürmer mit mangelnder Teamfähigkeit in den ersten Minuten vielleicht noch gut im Alleingang zurechtkommt, wird ihm nach einer gewissen Zeit die Kraft ausgehen und die gegnerische Mannschaft, die zusammen als Team agiert, ihn ohne Probleme ausspielen. Denn solche Alleingänge sind kräftezehrend und damit letztlich auch nicht effektiv.

Gleiches lässt sich auf den Job projizieren: Experten, die zwar selbstständig, aber eben auch als Einzelkämpfer ihre Aufgaben bewältigen, nützen dem Unternehmen nicht so viel, wie etwa eine Gruppe von Fachmännern, die sich untereinander austauscht, gegenseitig inspiriert und auch motiviert.

Doch damit diese Form der Unternehmensstruktur funktioniert, ist es nicht nur wichtig, dass alle Projektmitglieder einen hohen Grad an Teamfähigkeit mitbringen, sondern auch, dass sie sich zwischenmenschlich gut verstehen.

Aus diesem Grund nehmen an Vorstellungsgesprächen immer häufiger neben dem Arbeitgeber oder Personalchef auch Angestellte, die zukünftig mit dem Bewerber zusammenarbeiten sollen, teil. Während der Arbeitgeber den Bewerber nach dem Vorstellungsgespräch auf seine Qualifikationen beurteilt, wird ebenso die Meinung des Angestellten zu Rate gezogen, ob dieser denn in das vorhandene Team passen würde oder ob sich ggf. bereits von Anfang an Antisympathien ihm gegenüber gebildet haben. Ist letzteres der Fall wird sich der Arbeitgeber wohl, trotz super Qualifikationen, für einen anderen Bewerber entscheiden.

Sind Sie teamfähig?

Es ist meist nur eine Frage der Zeit, bis die Frage nach der Teamfähigkeit auch beim Vorstellungsgespräch fällt. Viele Bewerber antworten darauf wie selbstverständlich mit einem klaren Ja. Man wäre ja schon schön blöd, wenn man nicht teamfähig wäre. Schließlich standen bereits zu Schulzeiten Gruppenarbeiten an, um zum Beispiel gemeinsam Vorträge zu erarbeiten.

Doch ein schlichtes Ja reicht in dem Fall als Antwort nicht aus! Beschreiben Sie Ihrem Gegenüber konkrete Beispiele aus der Vergangenheit, in denen Sie Ihre Teamfähigkeit unter Beweis stellen konnten. Zeigen Sie, wie Sie bereits aktiv am Erreichen eines Ziels im Team mitwirken konnten. Achten Sie dabei aber auf die Formulierungen. Denn es heißt nicht, „Ich habe das geschafft“, sondern „Mein Team und ich konnten folgende Ziele erreichen…“.

Informieren Sie sich vor einem Vorstellungsgespräch außerdem über die Firmenphilosophie und Ziele, die sich das Unternehmen selbst gesetzt hat. So können Sie im Vorstellungsgespräch auch noch einmal betonen, dass sie gewillt sind diese Ziele mit ihren potenziellen neuen Arbeitskollegen gemeinsam zu erreichen.

Teamfähigkeit ist erlernbar

Wer bisher lieber im Alleingang seine Aufgaben erledigt hat, muss nun nicht verzweifelt die Hände über den Kopf schlagen. Denn Teamfähigkeit ist erlernbar. Dazu ist es als ersten Schritt wichtig, sich auf die anderen Mitglieder des Teams einzulassen und sich nicht zu verschließen. Das beginnt bereits mit alltäglichen, ja beinahe banalen Ritualen: sei es die morgendliche Begrüßung vor Arbeitsbeginn oder ein Small Talk in der Mittagspause. Aber auch vom Unternehmen organisierte Social Events können einen wichtigen Teil zum Team Building beitragen, um die Gruppe als solche zu festigen.

Und wer sich so erst einmal in die Unternehmensstruktur integriert hat, wird auch in der Erfüllung der Unternehmensziele schnell zum festen Teil des Teams. Hier gilt es wiederum Vertrauen gegenüber den Teammitgliedern aufzubauen und bereit zu sein, die Verantwortung nicht allein tragen zu wollen.

Checklist: Teamfähigkeit zeichnet sich aus, durch…

den Aufbau sozialer Kontakte untereinander. Wer sich zwischenmenschlich gut versteht, kann auch besser an der Lösung beruflicher Probleme arbeiten.

ein gemeinsames an einem Strang ziehen. Jedes Teammitglied bringt seine eigenen Stärken in die Gruppe mit ein, um so gewisse Schwächen anderer auszugleichen.

sich unterordnen zu können. Platzhirsche, die das Kommando übernehmen möchten, verfügen nur über geringe Teamfähigkeit und sind hier fehl am Platz. Um ein gemeinsames Ziel erreichen zu können. ist es wichtig, dass alle Mitglieder auf gleicher Ebene miteinander kommunizieren können.

offenes Kommunizieren mit den Kollegen. Dabei wird ebenso positives Feedback weitergegeben, wie auch, wenn notwendig, Kritik geäußert.

die gemeinsame Erarbeitung von Zielen. Die Interessen jedes einzelnen spielen dabei eine untergeordnete Rolle, wichtig ist das gemeinsame Gruppenziel.

Kompromissbereitschaft. Ohne auf seinen Standpunkt zu pochen, werden bei Meinungsverschiedenheiten die Ansichten der Kollegen angehört und Kompromisse gefunden. Dabei ist es unerlässlich, sich auch in die Situation der anderen zu versetzen.

Flexibilität. Benötigt ein Kollege Hilfe bei dem Erreichen eines wichtigen Etappenziels und schafft es allein nicht? Kein Problem! Teamfähige Kollegen greifen gern etwas unter die Arme und nehmen ggf. auch in Kauf, mit ihrer eigenen Arbeit etwas in Verzug zu geraten.

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