Prüfungsanfechtung: So gehen Sie gegen unfaire Benotung im Studium vor

Klausuren, Hausarbeiten, mündliche Prüfungen. Das Studentenleben ist vor allem eines: jede Menge Stress. Häufig leiden die Noten durch vollgepackte Prüfungszeiträume am Ende des Semesters. Gar nicht so selten ist allerdings nicht die Mehrfachbelastung für enttäuschende Ergebnisse in der Prüfung verantwortlich, sondern eine fehlerhafte oder unfaire Bewertung. In diesem Artikel erfahren Sie, wann sich eine Anfechtung der Prüfungsergebnisse lohnt und wie Sie dabei vorgehen.
 

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Eine nicht bestandene Prüfung kann im Worst Case das Aus für einen lange gehegten Berufswunsch bedeuten, auf den Sie jahrelang hingearbeitet haben. Aber auch schon der weniger dramatische Fall einer schlechten Note kann Ihnen wichtigen Handlungsspielraum nehmen und bestimmte Karrierewege für immer versperren. In diesen Fällen kann sich die Anfechtung einer Prüfung lohnen.

Was bedeutet eine Prüfungsanfechtung?

Mit der Prüfungsanfechtung können Sie die Wiederholung oder die Neubewertung einer Prüfung erwirken, wenn Sie unfair benotet wurden. Grundsätzlich haben Sie das Recht, alle Arten von Prüfungen anzufechten, egal, wo Sie studieren und ob es sich um eine Abschlussarbeit oder eine normale Modulprüfung handelt. Dabei stehen Ihnen zwei Wege offen.

Wenn im Verlaufe der Prüfung bestimmte Störungen aufgetreten sind, die Ihre Leistung beeinflusst haben, können Sie gegen diese sogenannten Verfahrensfehler vorgehen. Störungen durch Lärm oder die Änderung der Prüfungsaufgaben während der Prüfung führen in der Regel zu unfairen Bedingungen und können im Nachhinein angefochten werden.



Die Prüfungsanfechtung beginnt mit einem Widerspruch

Der Widerspruch gegen ein Prüfungsergebnis erfolgt in schriftlicher Form und richtet sich an die Stelle, die den Prüfungsbescheid erlassen hat, also in der Regel das Prüfungsamt. Entscheidend für den Erfolg des Widerspruchs ist, dass er rechtzeitig erfolgt, nämlich innerhalb eines Monats, nachdem der ursprüngliche Bescheid ergangen ist. Wenn in diesem die Rechtsbehelfsbelehrung fehlt, verlängert sich die Widerspruchsfrist sogar auf ein Jahr. Das Widerspruchsschreiben sollte in detaillierter Form darlegen, womit genau Sie nicht einverstanden sind und alle Argumente ausführlich erläutern, die Ihre Ansicht stützen. Bei einer positiven Reaktion auf den Widerspruch ändert sich der ursprüngliche Prüfungsbescheid. Das bedeutet, dass entweder die Note entsprechend angepasst wird oder aber die Prüfung oder Teile davon wiederholt werden dürfen.


Was passiert, wenn Ihr Widerspruch zurückgewiesen wird

Natürlich kann es auch sein, dass die Prüfungsstelle den Widerspruch für unbegründet hält und ablehnt. Dann steht der Weg für eine Klage beim Verwaltungsgericht offen. Eine Prognose über die Erfolgschancen ist hier allerdings sehr schwierig. Grundsätzlich sind Verfahrensfehler einfacher nachzuweisen als materielle Fehler, sodass hier mehr Aussicht auf einen Erfolg des Widerspruchs besteht, was die Prüfungsanfechtung erheblich abkürzt. Spätestens jetzt sollte aber ein Fachanwalt für Verwaltungsrecht wie zum Beispiel die Kanzlei unter heinze-pruefungsanfechtung.de hinzugezogen werden. So bestehen auch in einem Verfahren um materielle Fehler noch Aussicht auf Erfolg.

Hilfreiche Tipps für eine erfolgreiche Anfechtung

– Zeitrahmen einhalten. Die Prüfungsanfechtung hat nur Aussicht auf Erfolg, wenn Sie alle Fristen einhalten. Für die Einhaltung der Widerspruchsfrist gegen den Prüfungsbescheid reicht es, den Widerspruch schriftlich zu erklären. Die Begründung kann in einem zweiten Schreiben nachgereicht werden.
 

– Professionelle Unterstützung. Ein erfahrener Anwalt kann Ihnen viel Kummer ersparen. Auch, wenn der Gang zum Anwalt in der Nachbarschaft naheliegend erscheint, sollten Sie sich die Mühe machen, einen Fachanwalt für Verwaltungsrecht zu recherchieren, der bereits Erfahrung mit Prüfungsanfechtungen hat.
 

– Freundlich bleiben. Egal, wie emotional die Situation auch sein mag: Auf keinen Fall sollten Sie aus Frust über eine schlechte Prüfung verbrannte Erde hinterlassen. Vergessen Sie nicht, dass Prüfer sehr viel Spielraum beim Bewerten von Prüfungsleistungen haben. Offene Kommunikation und ein höflicher Umgang bringen Sie weiter als Drohungen und Beleidigungen. Vergessen Sie nicht, dass Sie und Ihr Gegenüber sich im weiteren Verlauf Ihres Studiums unter Umständen immer wieder über den Weg laufen.