Überzogene Stellenausschreibung: Wie vielen Anforderungen muss ich entsprechen?

© Serg Nvns - Fotolia.com
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Immer häufiger kommt es vor, dass Stellenausschreibungen überzogen ausgestaltet sind. Da wird von einem Bewerber mehr gefordert, als der Markt realistisch hergeben kann. Bewerber sollen jung sein und doch über viel Erfahrung verfügen; oder sie sollen schnell studiert haben, aber mit umfangreichen studienbegleitenden Tätigkeiten im In- und Ausland aufwarten können. Für die Bewerber auf eine solche Stellenausschreibung stellt sich dann die Frage: Wie stark muss ich diesen ausufernden Anforderungen entsprechen, um mich auf die entsprechende Stelle erfolgreich bewerben zu können?

Realistische Prüfung von Stellenausschreibungen

Stellenausschreibungen werden nicht immer allein deshalb verfasst, weil man geeignete Bewerber für einen entsprechenden Job in der Firma sucht. Stellenausschreibungen haben auch oft einen Marketingaspekt. Was für eine tolle Firma muss das sein, wenn sie Stellen anbieten kann, für die kaum ein Bewerber auf dem Markt verfügbar ist? Wenn man trotzdem Interesse hat, sich für diese Stelle zu bewerben, dann muss man zunächst recht kritisch prüfen, wie realistisch die Stellenausschreibung formuliert ist. Hierzu kann man dann auf vergleichbare Stellenausschreibungen oder Bewerberprofile zurückgreifen. Gibt es noch andere Unternehmen, die ähnlich anspruchsvoll sind und gibt es Bewerberprofile, die tatsächlich zur überzogenen Stellenausschreibung passen könnten? Wenn es schwierig wird, hier Referenzangebote zu finden, dann ist dies ein guter Hinweis darauf, dass die entsprechende Stellenausschreibung zu viel von den Bewerbern verlangt.

Bewerbung nach einer überzogenen Stellenausschreibung

Bewirbt man sich auf eine entsprechende Stelle, dann sollte klar sein, dass man doch einigermaßen passend seine Qualifikationen und Möglichkeiten darstellen kann. Wenn beispielsweise sehr gute Sprachkenntnisse in Englisch und Französisch gefordert werden, dann sollte man zumindest über sehr gute Sprachkenntnisse in einer der Sprachen verfügen und bei der zweiten Sprache über Grundkenntnisse. Man kann also Abstriche gegenüber der Ausschreibung zulassen, sollte sie aber nicht zu weit gehen lassen. Wenig geschickt ist auch, wenn man im Bewerbungsschreiben das Abweichen vom Ausschreibungstext direkt anspricht. Geschickter ist es, wenn man seine Leistungen oder Qualifikationen positiv darstellt und dabei dem aufmerksamen Leser die Chance lässt, die leichte Abweichung von sich aus zu erkennen. Kommt es erst im Bewerbungsgespräch zur Thematisierung der Abweichung, dann ist man gut beraten, wenn man als Kompensation eine andere Facette seines Bewerberprofils ins Gespräch einbringen kann, die weitergehender ist, als dies aus dem Ausschreibungstext erkennbar war. So wird der Gesprächsteilnehmer veranlasst, sich von den allzu strikten Vorgaben der Stellenausschreibung zu lösen. Das Gespräch kommt in ein anderes Fahrwasser und es wird realistischer geprüft, wie gut der Bewerber für das Unternehmen und die anstehenden Aufgaben insgesamt geeignet ist.

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