Vor- und Nachteile eines journalistischen Volontariats

Wenn es um den Beruf des Journalisten geht, so bewahrheitet sich einmal mehr das Sprichwort, dass viele Wege zum Ziel führen. Besonderer Beliebtheit erfreut sich jedoch nach wie vor das Volontariat. Dies ist angesichts der zahlreichen Vorzüge sicherlich wenig verwunderlich. Dabei werden jedoch potentielle Hürden und Herausforderungen, mit denen zukünftige Journalisten zu rechnen haben, die sich für diese Option entscheiden, oftmals verkannt. In den folgenden Absätzen, in denen sich alles um das Thema journalistisches Volontariat dreht, soll daher sowohl auf die positiven als auch auf eventuelle nachteilige Elemente eingegangen werden, die diese Form des Berufseinstieges mit sich bringt.

Presseausweis, Stift und Notizblock auf einer PC-Tastatur
Presseausweis, Stift und Notizblock auf einer PC-Tastatur

Journalist bzw. Journalistin – der neue Traumberuf im Diskurs

Gerade im Journalismus erweist sich ein hohes kommunikatives Geschick sowie eine Vielzahl an Kontakten als unentbehrlich. Um in der Branche Fuß zu fassen empfiehlt sich daher eine besonders praxisnahe Ausbildung, die eine Schulung der erforderlichen Skills sowie den Aufbau eines möglichst großen Netzwerkes bereits während der Trainingsphase gewährleistet. Das Volontariat gilt dahingehend als besonders vorteilhaft, da es direkt vor Ort, sprich in der Redaktion des gewählten Mediums, stattfindet. Ob Radio, Zeitung oder TV-Kanal, mit Blick auf die Intensität und Realitätsnähe der Schulung erweist sich jede dieser Ausbildungsstätten als angemessen. Angesichts der Tatsache, dass der Beruf des Journalisten jedoch gegenwärtig einen wahren Boom erlebt, wird der Zugang immer schwieriger. Bei Interesse hat sich hier eine eher auf langfristigen Erfolg ausgerichtete Methode bewährt. Die Rede ist natürlich von sogenannten Initiativbewerbungen, welche erfahrungsgemäß größere Chancen haben, bei erneutem Personalbedarf von den Verantwortlichen gelesen zu werden als klassische Bewerbungen auf eine ausgeschriebene Stelle. Zudem zeichnet sich die zunehmende Tendenz ab, dass sich Redaktionen angesichts der Fülle an bereits vorhandenen Bewerbungsunterlagen im Bedarfsfall gar nicht erst die Mühe machen, eine Annonce aufzugeben, sondern stattdessen umgehend auf die vorliegenden Initiativbewerbungen zurückgreifen. Um hier eine realistische Chance zu haben, empfiehlt es sich zudem, so früh wie möglich einen Einstieg in die Branche zu suchen. Wer bereits in der Schulzeit ein entsprechendes Engagement an den Tag legt und beispielsweise ein Praktikum beim lokalen Radiosender macht, Artikel für die Schülerzeitung schreibt oder als freier Mitarbeiter bei einer regionalen Zeitung tätig wird, erhöht seine Aussichten auf eine spätere Volontariatsstelle um ein Vielfaches.

Das journalistische Volontariat – Pro und Kontra

Absoluter Pluspunkt eines journalistischen Volontariates ist zweifellos die bereits angesprochene Praxisnähe. Als Volontär bzw. Volontärin lernt man alle Bereiche und Facetten der journalistischen Arbeit in dem jeweiligen Medium von Grund auf kennen. In einem Zeitraum von 12 bis 36 Monaten besteht ausreichend Gelegenheit, sich mit dem Metier vertraut zu machen. In der Regel erfolgt dies im Rahmen eines Rotationssystems, in welchem die Volontäre in unterschiedlichen Abteilungen eingesetzt bzw. in den jeweiligen Aufgabenbereich der einzelnen Mitarbeiter eingeführt werden. Dabei übernehmen sie von Anfang an kleinere Arbeiten und gewinnen so täglich neue Erfahrungen in der Branche. Nach erfolgter Einarbeitung können Volontäre unter anderem als Redakteure für die Beiträge von freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eingesetzt werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die Finanzen. Denn bei einem Volontariat spart man sich nicht nur die in der Regel hohen Kosten für ein journalistisches Studium, sondern erhält auch eine Vergütung.
Dieser Aspekt enthält jedoch auch ein potentielles Risiko. Denn angesichts der zunehmenden Einsparungen, welche auch vor der Medienbranche nicht haltmachen, ist es keine Seltenheit, dass von Volontären erwartet wird, die Position eines Redakteurs zu füllen, ohne entsprechend bezahlt zu werden. Auch eine fundierte theoretische Ausbildung wird im Rahmen eines Volontariates oftmals vernachlässigt. In Zusammenhang mit einer Fokussierung auf die Belange des jeweiligen Mediums und damit einer zwangsläufigen Limitierung kann dies die Zukunftsperspektiven von Volontären erheblich einschränken.

Fernstudium und/oder Volontariat? – Welche Variante ist besonders empfehlenswert?

Vor diesem Hintergrund erweist sich eine harmonische Kombination aus praktischen und theoretischen Elementen als besonders ratsam. Diese ist beispielsweise bei der Ausbildung am Deutschen Journalistenkolleg gegeben, welche Volontariat und Fernstudium auf optimale Weise verbindet. Im Rahmen von Praxiswerkstätten werden theoretische Inhalte systematisch mit Leben gefüllt. Dabei finden die vielfältigen Zugänge zur journalistischen Arbeit sowie der Facettenreichtum der jeweiligen Positionen und Aufgabenbereiche besondere Berücksichtigung, so dass den Teilnehmenden auch in Zukunft alle Wege offenstehen. Konkret bedeutet dies, dass im Rahmen eines Fernstudiums auch die unterschiedlichen Zielgruppen sowie eine entsprechende Aufbereitung des journalistischen Materials zur Sprache kommen, so dass sich die Studierenden nicht auf eine bestimmte Klientel festlegen, wie dies beispielsweise während eines Volontariates für eine Sportredaktion, ein Modemagazin oder einen politisch orientierten Radiosender der Fall ist.
Wer es vorzieht, parallel zum Fernstudium eigenständig auf die Suche nach praktischen Erfahrungen zu gehen, sollte es einmal mit den bereits erwähnten Initiativbewerbungen versuchen und sich bei den unterschiedlichsten Medienunternehmen als freier Mitarbeiter bzw. freie Mitarbeiterin vorstellen.

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